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Balkonien und weiter weg

Liebe Leserinnen und Leser,

die Corona-Pandemie treibt viele seltsame Blüten: Neulich kam – auf welchem Wege auch immer – eine Werbe-E-Mail des Sportartikelherstellers mit den signifikanten drei Streifen in die Redaktion. Darin wurde ein neuer Style beworben – der „Staycation Style“. Der Neologismus Staycation setzt sich dabi aus „stay“, bleiben, und „vacation“, Urlaub, zusammen. Gemeint ist damit ein Urlaub, den man zu Hause verbringt, anstatt zu verreisen. In Corona-Zeiten ist Letzteres wohl für viele eher ein Muss, denn ein Gewinn. Nicht zuletzt deshalb hat der Begriff auch das Zeug für das Unwort des Jahres.

Wer nun aber vermutet, dass der beworbene Style aus Schlabber-Jogginghose, Schlappen und altem Pulli besteht – weit gefehlt. Edel, funktional und teuer trifft es eher – schließlich muss der Konzern auch Sportartikel verkaufen, wenn kaum jemand richtig Sport treiben kann oder darf.

Sollte Staycation bedeuten, dass viele Deutsche ihren Sommerurlaub im eigenen Land verbringen, so wäre das den hiesigen Hoteliers und Gastronomen, die durch die Corona-Pandemie arg gebeutelt wurden, sehr recht (Seite 1 und 3). Vielleicht nutzt man aber auch die Zeit, die Kleinode der Region (neu) zu erleben – etwa das veränderte Waldlabyrinth an der Göhrde (Seite 1 und 7), engagiert sich in Vereinen oder in der Feuerwehr – etwa jener in Woltersdorf, die ihr 125-jähriges Bestehen feiert (Seite 5). Im Anschluss könnte man daheim auch den Grill anzünden (Seite 9) oder es sich gemütlich machen.

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Ronald Seide

seide@ejz.de

Ronald Seide

Redaktion Kiebitz 05841/127 420 seide@ejz.de

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