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Noch ein Selfie im Auto gemacht

Emma kam auf dem Weg in die Klinik zur Welt

Fortsetzung

bv Tobringen. „Ich bin eigentlich ein Kontrollfreak. Alles muss vernünftig und ordentlich und nacheinander gehen, sonst werde ich hektisch. Aber da wurde ich ganz ruhig. Die Hebamme fragte mich, ob ich sie verarschen will, dass die Fruchtblase schon geplatzt sei. Sie glaubte mir das nicht, weil ich am Telefon so ruhig war. Als Emma geboren war, hatte sie die Nabelschnur um den Hals. Aber es ist alles gut gegangen, wir waren rechtzeitig am Krankenhaus.“

Dario kam per Kaiserschnitt zur Welt. Das nächste Kind, Mia-Julie, wurde dann wieder „herkömmlich“ entbunden – eine medizinische Besonderheit. Nico zeigt sogar ein Selfie auf seinem Handy, aufgenommen im Auto: Vater, Mutter und das eben geborene Baby auf dem Arm. Die Nabelschnur verbindet Mutter und Baby noch. Gefühlt ging das Ganze blitzschnell: „Losgefahren sind wir gegen 6.30 Uhr, und um 12.30 Uhr haben wir schon wieder Cappuccino mit ihrer Mutter auf unserer Terrasse in Tobringen getrunken“, lacht Nico. Ninas Mutter durfte sich kurzfristig freinehmen – „meine Tochter hat eben ein Kind bekommen“, hatte sie auf der Arbeit erzählt, ihrer Chefin Rommy Schiewe hatte ihr daraufhin sofort freigegeben. In einem solchen Fall gibt es eine juristische Besonderheit: Spindlers müssten – theoretisch – beweisen, wo genau Emma geboren wurde – um Mißbrauch beim Kindergeld vorzubeugen.

Was seltsam klingt, ist tatsächlich Vorschrift. „Theoretisch hätten wir ja auch vorher schon woanders hingefahren sein können und das Kind dort ,gemeldet‘ haben“, erläutert Nico. So etwas soll anderswo durchaus schon passiert sein.

Schließlich das Happy End, gegen Mittag konnte die Familie schon wieder Cappucino zuhause auf der Terrasse trinken. Die Phase des Corona-Lockdowns aber habe der jungen Familie ganz schön zugesetzt. „Das war eine ganz schöne Herausforderung“, seufzt Nico. Mia-Julie ist drei, ein Alter, welches viel Aufmerksamkeit beansprucht. Nun kommt Emma dazu Mutter Nina ist deshalb in Elternzeit. Vorher hat sie in der Altenpflege gearbeitet.

„Für mich war es nicht ganz zu schlimm, ich bin halt arbeiten. Aber meine hochschwangere Frau hatte doppelt, dreimal Stress.“

„Für etwas, was ich vorher in vielleicht zwei Stunden erledigt habe, brauche ich jetzt den ganzen Tag“, bestätigt die junge Mutter. „Aber: Es ist alles gut, die Kinder sind alle gesund.“

Björn Vogt

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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