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Zwischen den Polen Liebe und Tod gefangen

Ausstellung des Lichtenberger Künstlers Dietmar Buchmann im Oktogon Hitzacker

bv Hitzacker. Es sind keine aktuelle Arbeiten, die der Maler, Autor und Filmemacher Dietmar Buchmann im Oktogon in Hitzacker zeigt. Sie spannen den Bogen von 1989 bis 2010. Das jüngste Werk, ein großformatiges Gemälde, „Catwalk“ betitelt, ist vor zehn Jahren entstanden. Es zeigt drei extrem abgemagerte Models, eines bereits über die Todesgrenze hinaus. Das Skelett schiebt einen Transfusionsständer mit sich. Alle drei scheinen über den blutroten Catwalk zu schweben. Bereits jenseitig, werden sie begafft von einer grotesken bis gesichtsslosen Masse an Zuschauern, links und rechts des Laufstegs aufgereiht.

Mit dem makaberen Motiv – in starken, komplementären Farben gehalten, der Malstil changierend zwischen altmeisterlich und comicartig – ist das Sujet der Ausstellung in der Kunsthalle bereits umrissen: Es geht um Vanitas, um Tod, aber auch um die Liebe – die beiden stärksten Pole, die uns Menschen berühren.

Zur Vernissage am Sonnabend war das Oktogon gut besucht, eine neue Erfahrung nach dem Lockdown. Die meisten der rund 50 Besucher tragen Maske, das Atmen nicht einfach. Die Zuschauer lauschen dem kleinen Vortrag, den Buchmann zum Thema Vanitas hält, der Vergänglichkeit als Sujet in der Kunst, die auch seine eigene Bildsprache seit 30 Jahren prägt.

Über der „Apokalyptischen Landschaft“, 2010 entstanden, schwebt ein Kampfhubschrauber, das leuchtend weiße Zentrum umstellt von Akteuren in einem modernen Konflikt, hier Panzer, Militär, dort eine Flüchtlingsfamilie im Nirgendwo. Ein Mann, der einen Gefangenen wie einen Hund hinter sich her zieht, ein anderer, der angekettete Sklaven führt. Offenbar hat sich wenig geändert in der letzten Dekade.

Dietmar Buchmann, Jahrgang 1944, hat in Berlin Freie Malerei und im Anschluss an der dffb Film studiert. Seit 1971 lebt er als freischaffender Maler und Filmemacher. Als Autor, Produzent und Regisseur hat er die ganze Welt bereist und über 60 Filme gedreht.

2012 siedelte er ins Wendland um. In Lichtenberg gründete er gemeinsam mit Margarete Petersen das „Atelierhaus“ als „free art lab“. ↔Seite 2

Björn Vogt

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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