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Katastrophenfall in Lüchow-Dannenberg

KFB 3: Die Zentrale Führungseinheit (ZFE)

Seit 14 Tagen herrscht Dauerfrost im Landkreis – die Temperaturen steigen nicht über – 2 Grad C und nun setzt auch noch beständiger Eisregen ein. Unter dieser Last drohen Stromleitungen zu brechen, so dass diese vorsorglich vom Netz genommen werden. Seit 28 Stunden sind der gesamte Landkreis Lüchow-Dannenberg sowie große Teile der Nachbarlandkreise ohne Strom. Die Wettervorhersagen für die kommenden Tage verheißen keine Besserung.

Mit diesem außergewöhnlichen Szenario hatte sich die Zentrale Führungseinheit (ZFE) des Landkreises im Mai 2019 bei einer Übung im Kreishaus auseinander zu setzen. Es wird der Katastrophenfall festgestellt.

Der Katastrophenschutz-Stab nimmt seine Arbeit im Lüchower Kreishaus auf und ist mit etwa 40 Kräften aus Feuerwehr, Polizei, THW und Beschäftigten der Kreisverwaltung besetzt. Die Bevölkerung wird durch Rundfunkdurchsagen, über die Bürgerinformations- und Warn-App (BIWAPP) des Landkreises und alle verfügbaren Internet-Portale sowie durch die Feuerwehren vor Ort informiert. Zusätzlich ist ein Bürgertelefon eingerichtet. Für den Betrieb von Notstrom-Anlagen wird dringend Kraftstoff benötigt. Da durch den Stromausfall die regionalen Tankstellen ebenfalls außer Betrieb sind, wird dieser von außerhalb beschafft: angesichts vereister Straßen eine besondere Herausforderung.

Der Stab ist im bundesweiten Vergleich etwas Besonderes: Denn im Gegensatz zu den sonst üblichen „Technischen Einsatzleitungen“, die es in jedem Landkreis gibt und mit Angehörigen verschiedener Hilfsorganisationen besetzt sind, arbeiten im Landkreis Lüchow-Dannenberg Hilfskräfte und hauptamtliche Verwaltungsmitarbeiter gemeinsam in der ZFE. „Durch diese intensive Zusammenarbeit, bei der kompetente Einsatzkräfte und Entscheider aus der Verwaltung Hand in Hand arbeiten, können wir flexibler, schneller und somit effizienter auf Änderungen reagieren, was uns oft einen Vorteil in der Bewältigung von Großschadenslagen verschafft“, sagt Conrad Thorwesten, feuerwehrtechnischer Leiter der Zentralen Führungseinheit des Landkreises Lüchow-Dannenberg.

Der Katastrophenschutz-Stab kommt im Fall einer Großschadenslage oder gar eines Katastrophenfalls in der Zentralen Führungseinheit im Kreishaus zusammen – wie zuletzt im Juni 2013 während des Elbe-Hochwassers. Die ZFE ist in sogenannte Sachgebiete unterteilt. Jedes davon ist mit mindestens einer Einsatzkraft und einer Verwaltungskraft rund um die Uhr besetzt. Insgesamt stehen diesem Stab 90 Kräfte zur Verfügung – davon 50 ehrenamtliche Feuerwehrfrauen und Männer, die sich im Zwei- oder Drei-Schichtsystem abwechseln. Etwa eine Stunde benötigt die Zentrale Führungseinheit nach der Alarmierung, um ihre volle Einsatzbereitschaft herstellen zu können.

Die Sachgebiete:

Sachgebiet 1 – Personal und innerer Dienst

Sachgebiet 2 – Lage und Dokumentation

Sachgebiet 3 – Einsatz

Sachgebiet 4 – Versorgung

Sachgebiet 5 – Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Sachgebiet 6 – Technik und Kommunikation

Zusätzlich stehen je nach Lagebild mehrere Fachberater zur Verfügung:

Brandschutz (KBM und stv. KBM), Polizei, THW, DRK, Forst, Energieversorgung, etc.

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