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Selber gesammelt: Defi für alle angeschafft

Kita in Wustrow konnte mit Hilfe von Elternspenden eigenen Lebensretter erwerben

bv Wustrow. Ein kleiner, aber auffälliger Kasten hängt außen am Gebäude der Kindertagesstätte in Wustrow. Deren Leiterin Sabine Zipoll erläutert, was es mit dem Kästchen auf sich hat. „Wir hatten im vergangenen Jahr eine Forbildung bei dem Notfallmediziner Dr. Sven Augustin, Thema war Erste Hilfe bei Kindern. Er fragte uns, wo denn der nächste Defi zu finden sei. Es gab aber keinen in der Nähe. Zuschüsse zum Kauf konnten wir nicht beantragen, ein Etat war nicht vorgesehen. Da haben wir uns kurzerhand überlegt, die Eltern zu fragen.“

Gesagt, getan: Bei Gottesdiensten, bei Festen in der Kita, bei allen möglichen Gelegenheiten wurde auf das Defi-Spendenschweinchen hingewiesen. Schon nach einem Dreivierteljahr war das Geld zusammen, konnte der lebensrettende Apparat gekauft werden. „Der kostet rund 1500 Euro. Das besondere: Wir haben kein Gerät speziell für Kinder genommen, sondern eines für Erwachsene, weil das auch an Kindern angewendet werden darf. Umgekehrt geht es nämlich nicht“, erklärt Sabine Zipoll. Denn der Defi in Wustrow soll allen, nicht nur Kindern, im Ernstfall das Leben retten. Deswegen hängt er auch frei zugänglich im Außenbereich. Es ist der mittlerweile vierte Defi im Stadtgebiet von Wustrow – vorbildlich, wie nicht nur Sabine Zipoll findet.

Ein Defibrillator soll den natürlichen Herzrhythmus wiederherstellen, wenn jemand lebensbedrohliche Rhythmusstörungen hat. Dazu gibt das Gerät über Elektroden auf der Brust des Betroffenen Stromstöße ab. In der Ersten Hilfe kommen sogenannte automatisierte externe Defibrillatoren (AED) zum Einsatz. Sie sind so konzipiert, dass sie auch ein Laie bedienen kann.

Der kleine Defibrillatoren-Kasten an der Wand ist gekennzeichnet durch ein grünes Schild mit einem Herz, auf dem ein grüner Blitz zuckt. Diese Defis erinnern ein wenig an einen Verbandkasten mit zwei Kabeln, an deren Enden sich ein Elektroden-Pad von der Größe einer Postkarte befindet. Diese werden auf die Brust aufgeklebt, wenn das Herz bedrohlich aus dem Takt gerät. Über die Elektroden setzt das Gerät kleine Stromstöße ab, um das Herz wieder in seinen natürlichen Schlagrhythmus zu bringen. Der Defi ist so konzipiert, dass er per Sprachfunktion die Handgriffe und deren Reihenfolge ansagt.

Björn Vogt

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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