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Eine eindrucksvolle Ente

Gefährdete Nutztierrassen / Heute: Die Warzenente

bm Dolgow. Früher gehörten Warzenenten auf jeden Bauernhof. Heute sind die außergewöhnlichen Vögel mit ihrem unverwechselbaren Gesichtsausdruck und den Warzen eher selten geworden. Isabell Stich und Gunnar Hansen züchten diese Enten auf ihrem Archehof in Dolgow – dem Schimmelhof. Die Enten besitzen eine große Farbenvielfalt und werden daher auch gern als Ziervögel gehalten. „Dabei liefern sie schmackhaftes und fettarmes Fleisch und sind relativ robust in der Haltung.“ Auch die Federn eignen sich zudem sehr gut als Daunenfedern. Auf dem Schimmelhof tummeln sich, neben vielen anderen Tieren, insgesamt 15 Enten. Einen Teich für die Tiere gibt es zwar nicht, aber ein Wasserbad. „Wichtig ist nur, dass sie baden und ihr Gefieder reinigen können.“

Die flugfreudigen Warzenenten kommen ursprünglich aus Südamerika. Sie sind die domestizierte Form der Moschusente, welche die indigenen Völker in Südamerika schon lange hielten, bevor die Europäer kamen. Es ist die einzige Rasse mit dieser Herkunft, denn alle anderen Entenrassen stammen von der Stockente ab. Den Weg nach Deutschland fanden die Warzenenten im 18. Jahrhundert. Ein einheitlicher Rassestandard wurde erst in den 1940-er-Jahren festgelegt. In der DDR wurde die Warzenente als Wirtschaftsrasse stark gefördert. Nach der Wende geriet die Rasse fast in Vergessenheit. Heutzutage halten fast nur noch Hobbyzüchter diese Tiere. „Die Art wird teilweise auch anders bezeichnet, beispielsweise als Barbarieente. Das hört sich auf der Speisekarte besser an als Warzenente. Aufgrund ihrer Fleischmasse werden sie oft mit Pekingenten gekreuzt. Die daraus resultierende Nachzucht sind sterile Moularden.“

Die sympathischen, großen, aber auch recht scheuen Tiere brüten gerne und zeichnen sich durch gute Muttereigenschaften aus. Auch auf dem Schimmelhof hat sich eine Ente in den Stall zurückgezogen und sitzt in einem alten umfunktionierten Waschzuber. „Sie brüten etwa 35 Tage.“ Und wenn man sie lässt, dann brüten sie drei- bis viermal im Jahr.

Die Warzen am Kopf entwickeln sich erst mit der Zeit. „Wenn sie schlüpfen, haben alle einen dunklen Kopf.“ So lässt sich das Geschlecht der Küken auch erst mit der Warzenbildung erkennen. Beim Erpel soll die Warze über dem Schnabel zungenförmig, bei der Ente siruptropfenförmig sein. Gewünscht ist ein zweifarbiges Federkleid, welches es in mehreren Farben gibt. „Sie sollten allerdings möglichst wenig Weiß enthalten.“

Die Enten sind relativ genügsam. Sie fressen gerne Gras, Kräuter oder Wasserpflanzen, verschmähen aber auch keine Schnecken. „Sie sind einfach zu halten und außerdem angenehm, denn sie quaken auch nicht.“

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Gewicht:

Erpel bis sechs Kilogramm, Enten bis drei Kilogramm

Legeleistung:

40 Eier im Jahr

Gefährdungsgrad:

Die Rasse wird auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen in der Kategorie „Beobachtung” gelistet.

Bestand:

Der Bestand der Warzenenten setzte sich in 2016 aus 2545 weiblichen und 1067 männlichen Tieren zusammen.

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