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Über die Grenzen des Planeten

Handgemachter lokaler Umweltschutz auf dem Fairäppelt-Markt in Trebel

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bv Trebel. Trotzdem war es Stolberg und seinen Mitstreitern gelungen, 85 historische Apfelsorten aus der Region zusammenzutragen – auch, weil Stolberg im Amt Neuhaus nun die letzten Obstbaumalleen kartiert hat.

Im Außenbereich herrschte buntes Treiben – auf Abstand. Henrik Möllmann von der Abfüll-Bar, einem Shop, der auf Verpackungen verzichtet, stellte seine selbst hergestellten wasserlosen Shampoos vor, angenehm duftende, pralinenartige Rosetten. Wasserlos heißt: Das Wasser wird erst beim Duschen oder Baden hinzugesetzt, dafür ist das Shampoo leicht und kommt ohne Verpackung und Konservierungsstoffe aus. Parfümiert wird mit ätherischen Ölen. Was das letzlich bedeutet, zeigt die Liste, was nicht verwendet wird: das vegane Produkt kommt ohne Konservierungsstoffe, Parabene, Mineralöle, Silikone, Parfum, Palmöl und Mikroplastik aus.

Nicht fehlen durfte Hermann Klepper von der Wachstumswende Wendland. Der passionierte Radfahrer tritt seit Jahrzehnten für eine Wirtschaftsform ein, die die ökologischen Grenzen des Planeten respektiert und die Lebensgrundlagen erhält. Die Folgen unseres Tuns – Verschwendung von Ressourcen, Zerstörung der Umwelt und der Artenvielfalt, die Ausbeutung von Menschen in ärmeren Ländern – sind längst sichtbar: Plastikmüllberge, Klimaerwärmung, Millionen von Flüchtlingen. Man kann lokal dagegen handeln: reparieren statt wegwerfen, tauschen statt neu kaufen, regional kaufen, ökologische Landwirtschaft. Abgerundet wurde das Programm durch Fachvorträge wie dem von Dr. Franz Höchtl von der Biosphärenreservatsverwaltung. Höchtl zeichnete ein Mosaik des vielfältigen ehrenamtlichen Engagements für die Biosphäre. Gepflegte Kulturlandschaft durch Landwirte gehört ebenso dazu wie die Angler-Sattelschweine, die artgerecht im Hutewald leben dürfen – bevor sie verspeist werden. Die Vogelkundler gehören dazu wie die Junior-Ranger oder Angelvereine. „Auch rücksichtsvolles Urlauben ist Teil des Engagements für die Biosphäre“, stellte Höchtl klar. „Jemand, der Wiesen mit der Sense mäht und so Insekten schützt, gehört ebenso dazu wie die Schäfer, die wertvollen Magerrasen erhalten.“ Der Töpfer, der regionalen Ton nutzt, die Tischlerei, die nur mit heimischen Hölzern arbeitet – Höchtl hatte unzählige Beispiele, wie man sich für den Schutz der Biosphäre einsetzen kann.

Björn Vogt

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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