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„Ein ,Weiter-so‘ darf es nicht geben“

Nabu sucht engagierte Naturliebhaber – Kenntnisse nicht nötig

bv Dannenberg. Bienen, Schmetterlinge, duftende Blumenwiesen und blühende Bäume sind nicht nur schön anzusehen – Artenvielfalt und intakte Ökosysteme sind die Grundlage des Lebens. Der Verlust dieser Vielfalt aber gerät zu einem der größten Umweltprobleme unserer Zeit: „Sowohl global als auch vor unserer eigenen Haustür ist es um die Natur extrem schlecht bestellt“, wie die NABU-Mitarbeiter erläutern. „Vom Harz bis an die Küste, von der Ems bis zur Elbe sind Lebensräume und Arten in ihren Vorkommen gefährdet. Die Hälfte von 11 000 niedersächsischen Tier- und Pflanzenarten ist bedroht, rund 62 Prozent aller Wildbienenarten sind in ihrem Bestand gefährdet und bereits zwölf Millionen Vogelbrutpaare sind bundesweit seit 2010 verschwunden.“

Die Datenerhebung im Lokalen wird großteils von Laien getragen. Wer dabei helfen will, kann sich in Ruhe einarbeiten. „Anfangen kann man mit Amphibien – da gibt es nur zwölf Arten in Niedersachsen, da kann man sich schnell einarbeiten“, rät Schumacher. „Heuschrecken und Tagfalter sind ebenfalls überschaubare Gruppen –für Blütenpflanzen und weitere Artengruppen gibt es auch schon sehr gute Bestimmungs-Apps“, rät der Biologe.

Oft fehlen Daten ganz einfach, etwas zu den Schmetterlingen am Höhbeck, einer für den Naturschutz außerordentlich wichtigen Region. Deswegen hat Müller die Sache in die eigene Hand genommen und eigene Daten erhoben – und mit anderen Schmetterlingsfachleuteneine eigene aktuelle „Rote Liste Höhbeck“ erstellt.

Dass mehr passieren muss, sei klar, so Schuhmacher:Die Hauptgründe für den massiven Artenrückgang sind die heutige Form der Landnutzung und der Flächenverbrauch. Durch intensivierte land- und forstwirtschaftliche Nutzung gingen strukturreiche und vielfältige Lebensräume verloren, Gewässer würden durch überhöhte Düngung und Pestizideinsatz belastet. Außerdem würden jeden Tag neue Flächen in Niedersachsen versiegelt.

„Feldvögel wie Feldlerchen, Kiebitze, Feldsperlinge oder Stare verloren ihre Lebensgrundlage, wie aus einem europaweiten Vogelmonitoring hervorgeht. Es ist belegt, dass die Feld- und Wiesenvögel im Vergleich zu den Wald- und Siedlungsarten deutlich stärker zurückgehen.

Die Niedersächsischen Roten Listen basieren teilweise auf den Daten von vor über 20 Jahren – zu veraltet, kritisiert Schuhmacher. Eine Pflicht zur Aktualisierung alle fünf Jahre sei in Arbeit – auch dank des Nabu. Denn Arten und Lebensräume können nur erhalten werden, wenn Natur konsequent geschützt wird. Der Nabu sieht sich in der Pflicht, noch stärker für den Erhalt von Mensch und Natur einzutreten – „ein ,Weiter-so‘ kann und darf es nicht geben“. Letztlich geht es um mehr als um Spazierengehen. „Es geht um unsere Lebensgrundlagen. Wir müssen jetzt handeln, denn noch können wir eine Umkehr erreichen“, mahnt Schuhmacher.

Kontakt

Wer helfen will: kiwi-klaus@t-online.de oder über das Kontaktformular unter www.Nabu-Luechow.de.

Björn Vogt

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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