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Meise trifft auf Dompfaff

Vogelfütterung im Herbst

lk Regional. Der Herbst ist da – viele Vogelbegeisterte holen jetzt Futterhäuschen, Meisenknödelhalter und andere Gerätschaften hervor, um ein „Büfett“ für all die Gefiederten anzubieten, die in unseren Gärten, auf Balkonen und in Parks unterwegs sind.

Der NABU Niedersachsen begrüßt die Fütterung und spricht sogar von einer „Renaissance der Winterfütterung“, wie Mitarbeiter Rüdiger Wohlers betont: „Durch die Winterfütterung erhalten viele Menschen einen einfachen und nachhaltigen Zugang zur Natur. Winterfütterung fördert sogar die Artenkenntnis – das ist fundamental wichtig, wenn wir Menschen für den Naturschutz begeistern und von seiner Notwendigkeit überzeugen wollen!“

Denn vor allem an Futterplätzen besteht die Möglichkeit, viele unterschiedliche Vogelarten zu beobachten: „Auch solche, die einem zunächst einmal gar nicht bekannt vorkommen. Dies weckt Neugier“, so Wohlers, „es kommen Fragen auf, zum Beispiel: Wie unterscheiden sich Kohl- und Blaumeise? Was ist das für eine Meisenart mit einer Haube oder einem schwarzweißen Fleck? Warum ist ein Dompfaff rot, ein anderer braun?“

Viele dieser Fragen erklären noch wesentlich mehr als Namen und Beschaffenheit der beobachteten Art. „Die Menschen fragen sich auch, warum in einem milden Winter weniger oder andere Vogelarten bei ihnen auftauchen oder warum der Nachbar noch weitere Arten an seinen Futterstellen hat“, meint der NABU-Aktive. Zudem bietet die Winterfütterung die einfachste und beste Möglichkeit, in strengen Wintern Vogelarten zu entdecken, die aus Russland oder Skandinavien den Weg zu uns finden – zum Beispiel Seidenschwanz oder Bergfink.

Insbesondere für ältere, weniger mobile Menschen und für Kinder stellt die Einrichtung von Futterplätzen eine gute Möglichkeit dar, die Natur zu beobachten. Auch für ältere Menschen ist dies oft der einzige Zugang zu Natur in der Nähe. „In keiner Kita, in keiner Grundschule, in keinem Alten- oder Pflegeheimgarten sollte ein Vogel-Futterplatz fehlen“, findet der NABU-Mitarbeiter, „denn es ist bekannt, dass neben dem Umweltbildungseffekt auch eine beruhigende Wirkung von Vogelbeobachtungen ausgeht.“

Jetzt sei die beste Zeit, um für geeignete Futterstellen zu sorgen: „Am sinnvollsten ist es, mehrere Futterstellen im Garten, Kleingarten oder auf dem Balkon zu schaffen, damit sich daran unterschiedliche Vogelarten einstellen können. Auf jeden Fall sollten diese katzensicher und für Tauben unzugänglich sein, insbesondere auf Balkonen. Und: Oberstes Gebot muss die Hygiene sein. Wesentlich besser als große Futterhäuser, in denen die Tiere durch das Futter laufen, dieses durch ihren Kot verschmutzen und dadurch die Gefahr der Übertragung von Krankheitserregern mit sich bringen, sind Futtersäulen und –trichter, in denen das Futter sauber nachrutschen kann und vor Regen geschützt ist. Diese können leicht durch Ausspülen gereinigt werden. Sehr gut bewährt haben sich auch Fettkolben und –ringe, in denen pflanzenölhaltige Samen eingelassen sind. Sie spenden den Vögeln viel Energie, welche sie vor allem in harten Wintern brauchen“, berichtet Rüdiger Wohlers.

Auch sogenannte Teleskopstangen haben sich bewährt: An einer Stelle in den Boden „gepiekst“, können an ihren Seitenarmen Futtersäulen angebracht werden. Für Vögel, die ihre Nahrung bevorzugt am Boden suchen, ist ein spezielles Boden-Futtersilo geeignet. Und sogar für Eichhörnchen gibt es Futtergeräte: Durch das Anheben einer leichten Holzplatte können sie Futtermischungen mit Nüssen erreichen.

„Eine goldene Regel bei der Winterfütterung lautet: Nichts vom menschlichen Tisch gehört auf den Futterplatz der Tiere; Brot, Wurst und Co. haben dort nichts verloren.“ Der NABU-Experte hebt noch hervor, dass Vogelfütterung stets nur eine Ergänzung sein kann. Am wichtigsten ist ein vielfältiger Garten als Lebensraum, in dem für Futter und Unterschlupf durch heimische Bäume, Sträucher und andere Elemente gesorgt ist.

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