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Sammatz unterm Schirm des Paritätischen

Akademie für Entwicklung und Bildung wurde Mitglied bei größtem Sozialverband

bv Sammatz. Sammatz gehört zweifelsohne zu den erstaunlichsten Orten in Lüchow-Dannenberg. Viele Jahre ein abgelegenes, verträumtes Dorf auf dem Rücken einer malerischen Endmoräne, hat es sich in jüngerer Zeit zu einem Hotspot der internationalen Begegnung für junge Menschen aus aller Welt gemausert. Laut eigener Darstellung vom Verein Michaelshof, dem heutigen Herz von Sammatz, lebt in dem inzwischen deutlich größerem Dorf eine „mittelgroße Gemeinschaft“, zwischen 180 und 230 Menschen. Darunter sind die festen Mitarbeiter mit ihren Kindern, eine ganze Anzahl Kinder von Peronnik, einer Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung für sowohl junge Menschen mit geistigen Einschränkungen als auch mit sozial-emotionalen Störungen, die in Sammatz für längere Zeit eine neue Heimat gefunden haben, sowie zusätzlich zwischen 80 und 120 freiwillige Helfer aus aller Welt.

Dazu kommen die Tagesgäste, die den Ort mit seinen Parks, dem Arche-Hof, dem großen Waldsee und dem Biocafé vor allem im Sommer bevölkern, aber auch zu anderen Jahreszeiten.

Viele Wendländer kennen Sammatz als Ort für abwechslungsreiche Spaziergänge durch den Archehof mit seinen alten Rassen, darunter Esel, Schweine, Rinder; anschließend geht es durch die verschiedenen Gärten bis zum – selbst angelegten – großen Waldsee. Gekrönt wird der Besuch von einem Stück Biokuchen oder Eis im dörflichen Café.

Die Jugendhilfeeinrichtung Perronik befindet sich schon lange unter dem Dach des Paritätischen, einem der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Unlängst ist auch die „Akademie für Bildung und nachhaltige Entwicklung“ am Michaelshof unter jenes breite Dach geschlüpft. Die Geschäftsführerin des Paritätischen Lüchow-Dannenberg, Susanne Guhl, brachte dafür Plaketten und Urkunden nach Sammatz, die sie Claudia Brady und Hans-Michel Ginther, Vorstandsmitgliedern des Michaelshofes und der Akademie, überreichte. Eine der Aufgaben der Akademie ist die außerschulische Bildung von Schülern im Bereich Natur- und Umweltschutz.

Was versprechen Sie sich von der Mitgliedschaft im Paritätischen, Frau Brady und Herr Ginther? „Wir versprechen uns eine regionale, aber auch überregionale Zusammenarbeit und Unterstützung, etwa bei der Errichtung unseres neuen Landschulheimes, was wir zur Zeit planen. Wir möchten die Schulklassen, die wir demnächst hier begrüßen, ja auch selber vor Ort unterbringen. Wir haben bereits zehn Anmeldungen für 2021 – vorausgesetzt, dass der Verlauf der Pandemie das zulässt.“ Die Vorträge und Veranstaltungen an der Akademie wurden aufgrund der Pandemie-Situation für dieses Jahr bereits beendet. Aber: „Wir finden die Arbeit mit den jungen Menschen in diesem Bereich besonders wichtig. Es gibt Schulen, die schicken uns ganze Klassen“, berichtet Brady, „inzwischen auch staatliche Schulen und das Internat Marienau.“ Nicht nur deshalb soll der Bereich Erlebnis- und Umweltpädagogik weiter ausgebaut werden – vom Obstbaumtag bis zum Fachvortrag Tagfalter, von den Themenspaziergängen unter dem Oberbegriff „Natur erleben im Wandel der Jahreszeiten“ bis zum Wildbienen-Workshop.

Hans-Michel Ginther: „Uns geht es geht darum, einen Eindruck von Zusammenhängen zu vermitteln. Durch echtes Erleben, durch Mitarbeiten in unseren verschiedenen Bereichen, bekommt man einen direkten Draht zum Thema Umwelt und Umweltschutz“, ist der Sammatzer überzeugt. Die Schüler können in viele Bereiche hineinschnuppern: Bio-Landwirtschaft, Großküche, Meierei, Bäckerei, Hofladen, Stall, Garten, Landschaftsbau und mehr. Eine besondere Nähe zur Natur wird durch die Art der Haltung alter Tierrassen gewährt – durch die biologisch-dynamische Bewirtschaftung der Landbau-Flächen. „Wir arbeiten ohne künstliche Düngemittel, ohne Herbizide und Pestizide. Bei uns wächst auf natürliche Weise. Das geht nur durch Mehrarbeit, die im Sommer von Mitarbeitern, Volunteers aus aller Welt und Schulklassen nur zusammen bewältigt werden kann“, so Claudia Brady. „Aber das Ergebnis lohnt sich“, berichtet Brady weiter.

Björn Vogt

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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