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Sehr herzlich aufgenommen

Hans-Jörg Böde half ehrenamtlich in Südafrika

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bv Küsten. Im Januar 2020, noch kurz vor dem Corona-Ausbruch, flog Böde von Hamburg zunächst nach Durban, dem nächstgelegenen Flughafen. Dort wurde er von Claudia Risch, der Frau des Schulpastors René Risch, abgeholt. Hermannsburg besteht lediglich aus einer Straße – und dem sehr großen Schulgelände. Dort befinden sich der Kindergarten, die Grundschule, die Hochschule – neben mittlerer Reife kann man dort auch Abitur machen – eine Kirche, ein Museum, ein Café sowie die Internatsgebäude. Rund 200 Schüler besuchen Hermannsburg – schwarze und weiße. Uta Maltzahn, eine der deutschen Leiterinnen, stellte Böde am nächsten Morgen allen vor. Die ehemalige Mission besteht seit 1856. „Das ist alles gewachsen. Dort wird auch deutsch gesprochen, die Kinder lernen Deutsch als Fremdsprache.“ Gute zwei Wochen wird Böde dort helfen. „Die Schule stand kurz vor der Schließung, staatliche Gelder gab es keine mehr, auch die Bundesregierung finanziert das Projekt seit 2015 nicht mehr“, berichtet Böde. Da sei ein ehemaliger Schüler eingesprungen. Zola Mkumla, inzwischen erfolgreicher Geschäftsmann, unterstützt das Projekt großzügig, so dass es weitergeht. Trotzdem seien sie auf die Hilfe von Freiwilligen angewiesen. „Ich bekam einen Helfer zur Seite, Braveman, ein fleißiger Tischler. Wir haben Stühle repariert und Türen gebaut. Das eigentlich Projekt, die über 100 Jahre alten Schulfenster zu restaurieren, wäre zu teuer und aufwendig geworden. Wir haben auch Kinderwaschmaschinen repariert und Kinderstühle, die man in Deutschland weggeworfen hätte, geflickt. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen, war Teil der Gemeinschaft, wurde gut versorgt. Morgens haben wir gemeinsam gefrühstückt, gegen 12 Uhr das Mittagessen eingenommen. Abends gab es oft Grillpartys. Und – ich durfte meine Kleidung alle zwei Tage in die Wäscherei geben, da ich kaum etwas dabei hatte – in meinem Koffer waren ja die Werkzeuge.“

Die Zeit ging schnell rum. „Es war eine tolle Erfahrung. Die Dankbarkeit der Menschen war einmalig“, freut sich Böde. Er habe eine „Aufbruchsstimmung“ gespürt, bei den Mitarbeitern und Lehrern. Im Anschluss gönnte sich der Tischlermeister noch einen Ausflug ins nahe gelegene St. Lucia am indischen Ozean. Dort besuchte er den Naturpark, bekam Elefanten, Zebras, Affen und Krokodile in freier Wildbahn zu sehen. Bevor er mit einem leichten Koffer, aber vielen schönen Erinnerungen, zurückflog.

Björn Vogt

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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