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Geschichte, die Gemeinschaft schafft

Krippenspielspaziergang in Hitzacker ließ trotz Bewegungspflicht inne halten

rs Hitzacker. „Ein Krippenspiel, wie old-fashioned“, mag mancher gedacht haben, als im Kiebitz dazu im November Musiker und Ordner gesucht wurden. Aber Ordner an Heiligabend in der Kirche? Nein, es sollte in Krisenzeiten, die eine herkömmliche Zusammenkunft im Gotteshaus verhindern, eine Open-Air-Veranstaltung auf der Stadtinsel der Elbestadt werden – völlig anders als sonst, konform zu den Corona-Verhaltensregeln und absolut erlebenswert. Wäre die Szenerie nicht so stimmungsvoll gewesen, dass man Sorge hatte, die Andacht der Flaneure, die sich auf der Prozession vom Markt an die Peripherie der Insel, längs der Jeetzel und Elbe bis hin zur St.-Johannis-Kirche zog, zu stören, so hätte man den überwiegend jugendlichen Akteuren gern laut Beifall gezollt. So schön wurden mit vergleichsweise einfachen Mitteln Stationen der Geburt Jesu nach dem Lukas-Evangelium nachempfunden. Viele Besucher wünschten sich nach dem rund einstündigen Rundgang, der auf Abstand in steter Bewegung zu absolvieren war, eine Wiederholung des Krippenspielspaziergangs. Tief wirkte die biblische Geschichte, die unter Christen Gemeinschaft schafft.

Auch Initiator Hans-Albrecht Wiehler wirkte nach der Inszenierung, die „unter schwierigsten Bedingungen“ vorbereitet und ausgerichtet wurde, wie verzaubert. Begeistert berichtete er von dem ebenso unkomplizierten wie konstruktiven Miteinander der Mitglieder der Kinderkirche, von denen der Impuls zum Krippenspielspaziergang ausging, jener des Vereins „Gemeinsam für Hitzacker (GfH), des Jugendhofes Godewin, die sogar Ochs und Esel mitbrachten, sowie dem von Einzelpersonen. Über 20 Akteure sollten es letztlich werden, die sich im Vorfeld lediglich fünfmal per Zoom treffen konnten. „Jeder trug eigenverantwortlich seinen Anteil bei“, so Wiehler. Ob es die Adaption einer Idee aus den Niederlanden 2021 unter dem Motto „Es begab sich aber zu der Zeit“ erneut geben werde, sagte Wiehler: „Dann hoffentlich ohne Corona und mit richtigen Proben.“

Ronald Seide

Redaktion Kiebitz 05841/127 420 seide@ejz.de

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