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Gruß aus Dänemark

Historisches Papiertheater steht in Lüchow

bv Lüchow. Frage: Woher kommt Ihre Affinität zum dänischen Papiertheater? „Die Dänen waren schon früh ganz anders – anders als in Deutschland. Während man hierzulande noch auf Klassik setzte, sowohl inhaltlich als auch von den Kostümen, waren die in Dänemark schon viel flotter. Und im Jahre 1880 begann der Lithograf Alfred Jacobsen mit der Herausgabe seiner Zeitschrift Suffløren“, berichtet Gisa Naumann-Namba. Jeder Ausgabe waren Bilderbögen beigeheftet, aus denen man selbst Theater bauen konnte. Mit seinen Bilderbögen wollte Jacobsen ein Angebot schaffen, das die zu dieser Zeit qualitativ minderwertigen Bilderbogenimporte aus Deutschland zurückdrängen sollte. Er setzte mit seinen Blättern bewusst zu einer Qualitätsoffensive an – und hatte Erfolg. Bis in die 1990er-Jahre wurden viele dieser Theater in der Kopenhagener Innenstadt verkauft. Auch existiert seit fast 70 Jahren ein Verein, der sich mit zwischenzeitlich über 300 Mitgliedern speziell dem dänischen Dukketeater widmet und weiterhin die Zeitschrift „Suffløren“ herausgibt.

Für Gesa Naumann-Namba ist die Corona-Zeit nicht nur „furchtbar“. Vielmehr empfindet sie die zwangsweise Entschleunigung – zumindest teilweise – auch als geschenkte Zeit. Obwohl sie nicht vor Publikum spielen darf. Aber sie will sich nun mit ihrem neuen Theater auf die nächste Spielzeit – wann auch immer – vorbereiten. „Dank des neuen Theaters bin ich wieder total motiviert. Corona hat uns schon so ein bisschen lahmgelegt, mit dem Enthusiasmus war es nicht mehr so stark. Aber jetzt überlege ich, da ich jetzt einen Schnürboden habe, ob ich wieder meinen ,Kalif Storch‘ ins Programm nehme. Den könnte ich nun alleine spielen. Der wurde ja ursprünglich für zwei Spieler konzipiert.“

Für ihr schönes Schnürbodentheater sucht sie noch interessierte Bastler, die ihr bei der filigranen Beleuchtung helfen können. Es handelt sich um eine winzige Lichterkette mit – vermutlich – echten Glühbirnchen, die mit sechs Volt betrieben werden. Wer könnte helfen, so etwas zum Leuchten zu bringen – oder eventuell auf LED umzustellen? Wer sich das zutraut, kann sich bei Gisa Naumann-Namba melden, unter Tel.: (01 51) 40 52 63 72 oder (0 58 41) 9 73 31 11. Infos: http://www.papiertheater-tschaya.de.

Björn Vogt

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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