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Das Rückgrat der Feuerwehr

Die Feuerwehrtechnische Zentrale in Dannenberg

hbi Dannenberg. Wohl jeder kennt den imposanten Schlauchturm an der B 191 in Dannenberg – dort steht die Feuerwehrtechnische Zentrale (FTZ) des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Das Herzstück, das Rückgrat und der Dreh- und Angelpunkt aller Feuerwehren im Landkreis. Doch was passiert da werden sich schon viele gefragt haben.

Die Feuerwehrtechnische Zentrale ist eine Einrichtung des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Jeder Landkreis ist zum Betrieb einer solchen Einrichtung gemäß des Niedersächsischen Brandschutzgesetzes verpflichtet. Dabei kann man die Aufgabenfelder recht einfach unterteilen. Zum einen findet an der FTZ in Dannenberg die Kreisausbildung statt. Dort werden also verschiedene Lehrgänge für Feuerwehrleute aus Lüchow-Dannenberg durchgeführt – alles von rein ehrenamtlichem Personal. Zum anderen – und das ist das tatsächlich Interessante – geht es dort an fünf Tagen in der Woche, an acht Stunden am Tag ausschließlich um feuerwehrtechnische Belange. Jedes Feuerwehrauto im Kreisgebiet kommt einmal im Jahr für mindestens einen Tag nach Dannenberg. „Und wir haben etwa 150 Einsatzfahrzeuge“, berichtet Heiko Bieniußa als Pressereferent der Kreisfeuerwehr.

Der erste Bauabschnitt der neuen FTZ, in erster Linie ein Schulungsgebäude, ist bereits seit einem Jahr in Betrieb.

Drei Mitarbeiter kümmern sich dabei um Fahrgestell, Motor, Karosserie und eben um die feuerwehrtechnische Beladung. Auch hydraulische Einrichtungen werden gewartet, geprüft und instand gesetzt. Dabei ist die FTZ ausgerüstet wie eine herkömmliche KFZ-Werkstatt auch – nur besser. „Jedes Fahrzeug, ob Pkw oder Lkw, kann und soll dort repariert werden, Fahrzeugdiagnose-Technik ist für alle Modelle vorhanden – doch die FTZ kann noch mehr.“

Neben den Fahrzeugen liegt ein besonderes Augenmerk auf der Beladung der Autos. Denn die Ausrüstung soll im Einsatzfall funktionieren. Es werden Schläuche gewaschen, getrocknet und geprüft. Im Falle eines Defektes werden sie – wenn möglich – repariert oder ausgetauscht. Auch das gesamte Atemschutz-Equipment aller Feuerwehren tritt regelmäßig den Weg in die FTZ an. Masken, Geräte und Lungenautomaten werden nach jeder Übung, nach jedem Einsatz überprüft und gereinigt. Über 1000 Atemschutzmasken in Lüchow-Dannenberg befinden sich in der Überwachung durch die Dannenberger Kollegen. Auch die fast 850 Pressluftflaschen werden dort überprüft und mit frischer Luft befüllt. „Übrigens: In unseren Flaschen befindet sich normale Luft, komprimiert auf 300 Bar – nicht, wie oftmals vermutet, reiner Sauerstoff.“

Aber auch alles, was mit der Wasserförderung und -abgabe zu tun hat, muss überprüft und unter Umständen repariert werden. „Da kommt einiges zusammen. Über 40 Kilometer Schlauchmaterial wurde im vergangenen Jahr bearbeitet, etwa 150 Pumpen – ohne Kleinpumpen – werden jährlich überprüft. Dazu kommt eine Vielzahl an Standrohren, Verteilern, Strahlrohren und anderen Armaturen“, so Bieniußa. In Dannenberg an der FTZ sorgt man dafür, dass die Ausrüstung der Kameradinnen und Kameraden stets einsatzbereit ist und funktioniert.

Und als ob diese planbare Arbeit nicht schon genug wäre, wurde in den letzten Monaten der komplette sogenannte Einsatzstellenfunk aller Ortsfeuerwehren umgerüstet. Dabei wurden über 350 Handfunkgeräte programmiert und mit den entsprechenden Ladevorrichtungen in den Fahrzeugen verbaut. Ebenso „ganz nebenbei“ unterstützen die Kollegen der FTZ auch die Ortsfeuerwehren im Einsatz. Für größere Brandeinsätze steht ein Lkw bereit, ein sogenannter Gerätewagen Logistik (GW-L). Atemschutz-Flaschen, Masken und Lugenautomaten werden dann direkt an der Einsatzstelle getauscht, sodass die eingesetzten Kräfte für weitere Einsätze zur Verfügung stehen. Auch einen größeren Schaummittelvorrat hat die FTZ immer im Gepäck und bringt im äußersten Notfall auch Schläuche an die Einsatzstelle. Im vergangenen Jahr rückten die Mitarbeiter der FTZ zu sieben größeren Brandeinsätzen aus.

Neben gut ausgebildeten und motivierten Feuerwehrleuten ist die Ausrüstung ausschlaggebend für den Einsatzerfolg. Dass diese Ausrüstung immer funktioniert und sich die Kameraden auf ihr Equipment verlassen können – dafür sorgen die Kollegen an der FTZ.

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