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Perle kommt Zug um Zug zum Vorschein

Dömitz begrüßt Neubürger – Historische Häuser finden neue Eigentümer

rs Dömitz. Im Südwesten Mecklenburgs, unmittelbar an der Elbe, durchflossen von der Elde-Müritz-Wasserstraße, umgeben von weiten Wiesen und Feldern am Südrand eines UNESCO-Biosphärenreservates liegt Dömitz. Klingt malerisch – und das ist es auch für denjenigen, der Natur mag und gerne die Arme ausstreckt, ohne irgendwo anzustoßen. Dömitz: Das ist eine Symbiose aus Natur und historischen Bauten. Denn der Ort, der seinen Aufschwung zunächst der ansässigen Garnison auf der Festung und später der Rüstungsindustrie verdankte, verfügt über zahlreiche Häuser, deren Grundsubstanz in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert wurde, einer Veränderung – sprich Sanierung – aber dringend bedürfen. Von „morbidem Charme“ sprechen manche Besucher, von einer „ungenutzten Filmkulisse“ andere. Dömitz, das ist hinsichtlich der innerstädtischen Bausubstanz eine Perle – eine, die jedoch erst von ihrer sie umgebenden Auster befreit werden muss. Fest steht: Das Werkzeug, um dies zu bewerkstelligen, stellt Geld dar. Fest steht auch: Ausschließlich mit kommunalen Mitteln ist dies wegen leerer Kassen nicht möglich. Im Rathaus hofft man daher seit Jahren auf Investoren, bevorzugt auf jene, die sich auch in der lediglich rund 3 300 Bürger (mit Ortsteilen) zählenden Festungsstadt ansiedeln.

Mitten in der Pandemie, vermutlich befeuert durch die damit verbundene Stadtflucht, sicher aber verstärkt durch eine über Neubürger geschaffene Verbindung nach Berlin oder Hamburg, woher einige dieser Neubürger stammen, erhält die Dömitzer Innenstadt neues Leben. Eine Handvoll historischer Häuser wurde binnen weniger Monate verkauft und werden genutzt – auch gewerblich. Ein Beispiel: Das Haus an der Fritz-Reuter-Straße 13, in der sich die Galerie Dömitz befand, konnte die Stadt als Besitzerin Ende des Jahres veräußern. Da die Künstlergemeinschaft der Galerie weiterhin innerstädtisch präsent sein wollte, erwarb eines der Mitglieder eine Immobilie an der Friedrich-Franz-Straße/Ecke Slüterplatz. Und direkt gegenüber, dort wo einst Bäcker Lange tätig war, zieht ein gastronomischer Betrieb ein. „Es geht voran“, so Bürgermeister Reinhold Suhrau.

Mit viel Schwung wirft Lina Fürch als Hitzackers Weinkönigin vom Ufer eine Flasche in Richtung Elbfahrrinne bei Rathen. Es ist der 9. Februar 2020. Tags zuvor, beim 112. Schifferball, war in ihr und im Hitzackeraner Stadtbürgermeister Holger Mertins die Idee gereift, eine Flaschenpost abzusenden. Diese sollte – bei einer geschätzten Geschwindigkeit von 3,5 bis 5,5 Kilometern pro Tag – bis zur Hitzackeraner Weinlese am 11. Oktober 2020 rund 500 Kilometer im Strom zurückgelegt haben, also sich dann irgendwo nahe der Jeetzelmündung befinden – und im besten Fall dort gefunden werden.

Ronald Seide

Redaktion Kiebitz 05841/127 420 seide@ejz.de

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