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Sensibilisieren und akquirieren

Umfassende Imagekampagne der Feuerwehr

hbi Regional. Nahezu jedem dürfte aufgefallen sein, dass das Thema „Feuerwehr“ immer mehr in den öffentlichen Fokus rückt. Kaum eine Woche vergeht, ohne dass man keine Neuigkeiten von den ehrenamtlichen Brandschützern erfährt – und das, obwohl das Feuerwehrleben mitten im Shutdown weitestgehend ruht – die Aufrechterhaltung der Einsatzfähigkeit hat oberste Priorität.

Doch was steckt hinter dieser Offensive? Der Kiebitz wollte es genauer wissen und fragte bei Kreisbrandmeister Claus Bauck nach.

„Es fing im April 2020 mit einer monatlichen Radiosendung an, dann folgte eine Art Feuerwehr-Kolumne in einem Anzeigenblatt. Zuletzt haben auch wir im Kiebitz verstärkt über das Ehrenamt Feuerwehr berichtet. Selbst im Internet ist die Aktivität unserer Blauröcke in den vergangenen Monaten stark angestiegen“, berichtet Bieniußa. All diese Bemühungen mündeten nun in einen vorläufigen Höhepunkt: Im Dezember berichtete Sat1-Regional in einem Beitrag über die Feuerwehrfrauen – und ganz aktuell werde der Kreisfeuerwehrverband ein Hochglanz-Magazin an alle Haushalte verteilen. Im Spätsommer folgt zudem eine Beilage über die Elbe-Jeetzel-Zeitung.

Dass das alles kein Zufall, sondern durchaus von einer Strategie geprägt ist, weiß Bieniußa als Vater dieser Initiative: „Die Überlegungen begannen bereits Anfang 2020. Dahinter steckt unsere Imagekampagne ,112 Prozent Ehrenamt – Mach Mit!'“ Normalerweise erarbeiten Werbeagenturen solche Kampagnen und setzen diese um. Da dies aber sehr kostenintensiv ist, hat man sich bei der Feuerwehr für einen anderen Weg entschieden. „Wir haben eine Menge Kompetenzen in den eigenen Reihen. Videofilmer, Fotografen, Texter und auch Layouter. Wir haben die Ressourcen, um so ein Projekt selbst zu stemmen, und wenn es wirklich mal irgendwo klemmt, suchen wir uns punktuelle Unterstützung von außen“, so Bieniußa. Deshalb starten die einzelnen Maßnahmen auch nicht zeitgleich, sondern zeitlich versetzt. Die Brandschützer haben ja noch einen Beruf und eine Familie – die Feuerwehr ist Ehrenamt.

„Das langfristige Ziel der Kampagne muss es natürlich sein, neue Einsatzkräfte zu gewinnen. Die aktuelle Zahl von 2 900 Feuerwehrleuten in Lüchow-Dannenberg verzerrt das Bild ins Positive“, weiß Kreisbrandmeister Claus Bauck. „Viele unserer ehrenamtlichen Brandschützer arbeiten außerhalb des Kreisgebietes. Einige kommen sogar nur am Wochenende nach Hause oder haben auf der Arbeit Probleme mit ihrer Freistellung. Gerade an Wochentagen haben wir schon heute bei größeren Einsatzlagen in der Mittagszeit Personalprobleme“, gibt er offen zu. Und Verkehrsunfälle, Unwetterlagen oder Brände halten sich eben an keinen Terminkalender. Aber Ausbildungs- und Übungsdienste finden bereits seit Wochen nicht mehr statt, Veranstaltungen sind 2020 alle ausgefallen, was uns in diesem Jahr erwartet, weiß niemand so genau – wie will man in dieser schwierigen Zeit neue Mitglieder gewinnen? „Das ist schwer bis unmöglich und ist in der jetzigen Phase auch gar nicht unser Ziel“, erläutert Bieniußa. Derzeit gehe es darum, so viele Leute wie möglich zu erreichen, Bewusstsein für die Problematik zu schaffen und die Leute zu sensibilisieren. „Viele Leute in Lüchow-Dannenberg wissen leider gar nicht, wie Feuerwehr funktioniert. Die kommen halt, wenn was passiert, sind schnell da und helfen – das ist für die meisten eine Selbstverständlichkeit. Einige Bürger glauben sogar, wir hätten eine Berufsfeuerwehr hier“, gibt sich Bauck besorgt. Das will man mit massiver Aufklärungsarbeit ändern und hofft, dass nach der Pandemie viele neue Feuerwehrfrauen und -männer die roten Autos füllen werden. Um die nächsten Schritte zu realisieren, sind finanzielle Mittel erforderlich, die der Verband über Spenden beschaffen möchte. Wer die Bemühungen unterstützen will, erreicht die Verantwortlichen per E-Mail unter kampagne@kfv-dan.de.

Dieser Beitrag wurde Ihnen von der Avacon präsentiert.

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