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Wenn Kreativität überlebenswichtig wird

Einzelhandel geht während des Shutdowns vielfach neue Wege

rs Regional. Der Shutdown macht den Einzelhandel kreativ: Viele Händler, auch in der Kiebitz-Region, bieten ihre Waren jetzt online oder zur telefonischen Bestellung an – zur Abholung. Denn sowohl in Niedersachsen als auch in Mecklenburg-Vorpommern sowie in Brandenburg ist das System click & collect erlaubt. Eine echte Hilfe, denn jeder Euro wird im stationären Handel während des Shutdowns benötigt. Dabei ist die Idee nicht neu. Seit Jahren wird über Cross-Channel-Konzepte ­– also über die Verbindung mehrerer Verkaufskanäle – diskutiert. Nun hat der Shutdown dazu beigetragen, diese Umformung des Handels zu beschleunigen: Verluste durch Geschäftsschließungen sollen durch die Verknüpfung von Online- und stationärem Handel zumindest teilweise kompensiert werden.

Diese Transformation fällt jedoch nicht allen Geschäftsleuten in der Region leicht. Manche versuchen seit Jahren, einen funktionierenden Online-Shop im Netz zu platzieren, für andere ist das World-Wide-Web und dessen Nutzung gar ein Buch mit sieben Siegeln. Viele wollen auch lediglich ein onlinebasiertes Hybrid nutzen – also ein Produkt vom Kunden im Netz auswählen und später kontaktlos in einem vereinbarten Zeitfenster abholen lassen. Ein solches Instrument, eine schnelle Hilfe für den lokalen Handel während der Pandemie – aber auch danach – ist „Meine Region online“ (MRO, siehe Kasten Seite 3). Einige Händler setzen zudem auf das Vermarkten von Waren und Dienstleistungen über Facebook, WhatsApp und Instagram, wie eine Umfrage bei fünf regionalen Geschäftsleuten aus den Bereichen Textil, Sport, Schmuck, Geschenkartikel respektive Kunsthandwerk und Möbel ergab. Über diese Kanäle werden in der Regel nur einige Bilder mit knappen Produktbeschreibungen gepostet. Die Kontaktaufnahme des Kunden erfolgt dann in der Regel per Telefon. Viele der Befragten haben dazu ihre Privatnummer herausgegeben, um keinen Kunden zu versäumen.

Alle der befragten Händler, von denen lediglich ein einziger einen Online-Shop betreibt, eint die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Shutdowns, um wieder persönlich in Kontakt mit den Kunden treten zu können. Vor allem die Situation, nicht zu wissen, wie lange die Einschränkungen in welcher Ausprägung währen, beschäftigt die fünf Geschäftsleute. Klar ist, je länger es dauert, desto schlechter geht es dem jeweiligen Händler wirtschaftlich. Planungen sind schwierig, aber essentiell.

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Ronald Seide

Redaktion Kiebitz 05841/127 420 seide@ejz.de

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