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„Das ist ja der Hammer!“

Erfolgreiches Fundraising für notleidenden Kulturverein Raum 2

bv Neu Tramm. „Das ist ja der Hammer!“, findet nicht nur Hendrik Möllmann, Freund des Kulturvereins Raum 2 in Neu Tramm, der eine Fundraising-Aktion für die Kulturschaffenden ins Leben gerufen hat, nachdem er erfuhr, wie viel die Unterstützer tatsächlich gespendet haben. Es sind über 15 000 Euro, gespendet in weniger als einem Monat. Der Aufruf lief über die Fundraising-Plattform Startnext. Ausgezahlt werden genau 14 750 Euro – ein paar Spenden konnten nicht abgebucht werden, und ein paar Gebühren fallen an, wie Möllmann berichtet.

Mit so einem Ergebnis haben auch Holger Lüder und ­Michael Goslar, Mitarbeiter von Raum 2, keinesfalls gerechnet. Das Geld wird dringend benötigt, bekanntlich hat der nicht gewinnorientierte und größtenteils ehrenamtlich arbeitende Kulturverein das Gelände gekauft und muss die Bankkredite auch in der Phase des Shutdowns bedienen. Auf dem Gelände herrscht Winterruhe – ein Bauwagen, halb verkleidet, wartet darauf, fertiggestellt zu werden. Keine Musik, kaum Menschen, keine bunten Lichter und Lagerfeuer – und keine Aussicht auf Besserung.

Der Shutdown hat auch Neu Tramm voll in der Hand. Als letzte geplante Veranstaltung musste der „etwas andere Weihnachtsmarkt“ abgesagt werden. „Als ärmster Kulturverein Norddeutschlands ist der Raum 2 gerade jetzt, wo das letzte Drittel vom Kauf des Geländes angebrochen ist und keine Einnahmen erzielt werden können, dringend auf Unterstützung angewiesen“, betont Lüder, Vorstandsmitglied von Raum 2. Der erste Shutdown konnte noch durch Rücklagen finanziert werden, den Sommer über konnte sich der Kulturverein durch Auto-Konzerte und Sitzveranstaltungen auf dem Außengelände über Wasser halten.

Um zu verhindern, dass die weit über die Kreisgrenzen hinaus zu vernehmendeStimme der (Sub-)Kultur nun vollends verstummt, hatte Raum2-Freund HendrikMöllmann Anfang Januar ehrenamtlich die Fundraising-Initiative gestartet – auf Startnext, der inzwischen größten Crowdfunding-Plattform für Projekte und Start-ups im deutschsprachigen Raum.

„Mittlerweile haben sichunser Ruf und unsere Gastfreundschaft so weit verbreitet, dass wir Anfragen von Bands aus ganz Europa, aber auch aus Mexiko, Chile, USA und Russland bekommen“, freut sich Lüder: „Neben den Konzertveranstaltungen bieten wir aber auch Veranstaltungen wie die offene Bühne für Musiker aus der Region, Poetry-Slams, Tanzveranstaltungen, Casinoabende, Lesungen und Infoveranstaltungen. Wir bieten Jugendlichen die Möglichkeit, selbst Veranstaltungen durchzuführen, unterstützen sie mit unserem Equipment, führen sie in die Veranstaltungstechnik einund begleiten sie. Durch unsere Übungsräume sind über die Jahre diverse regionale Bands entstanden.

Durch unser Ateliergebäude wurde das Programm durch Workshops für Jugendlicheim Bereich Siebdruck und Streetart, Nähkurse, Comic-gestaltung, Zeichen- undMalkurse erweitert.“ Dasbreite kulturelle Angebot bietet auch einen regelmäßigen Kunsthandwerkermarkt und nimmt an der Kulturellen Landpartie teil.

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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