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„Was für eine Willkommenskultur“

Kreatives Ehepaar aus Köln lebt seit Anfang 2020 im Forsthaus

duh Lüchow. Es ist die Liebe zum Detail und die möglichst originalgetreue Ausgestaltung der Hörspiele, die ihm am Herzen liegen. „Da ist der Anspruch, dass die Naturszenerien, in die man eintaucht, möglichst realistisch umgesetzt wurden, weil das Gehör von jüngeren Menschen noch so viel sensibler ist.“ Es hört sich anders an und transportiert eine andere Qualität, wenn der Sprecher in einem Hörspiel wirklich auf einer Blumenwiese liegt – oder die Audiogestaltung am Computer simuliert wurde. Dafür geht Simon Kamphans mit seiner Aufnahmetechnik auch in den Wald, um dort echte Geräusche für seine Produktionen aufzunehmen. Er arbeitet viel mit Naturmusik, dem „Ineinanderspielen von Natur-Lauten“. Schaffe man es, „wirklich zu verharren und zehn Minuten genau hinzuhören, dann hört man am Ende völlig andere Sachen als am Anfang“. Und das sei die „besondere Art“ seiner Produktionen: dass sie aufwendig und mit sehr viel Liebe zum Detail gestaltet werden. Als verantwortlicher Regisseur könne er von Anfang an mitdenken und -gestalten.

Sein Antrieb: Die CDs sollen für den Hörer einen „Mehrwert liefern. Ein Riesenmotor bei dieser Arbeit ist das Gefühl, Medieninhalte herzustellen, die etwas Besonderes sind. Eine Bereicherung – für Familien.“ Die CDs sollen gerne gehört werden und „das Gefühl vermitteln, dabei zu sein, und dass man dem Menschen, um den es geht, sehr nahe kommt“. Das versucht Kamphans durch den Einsatz von Musik und einer authentischen Tongestaltung zu erreichen. Ihm ist auch wichtig, dass seine Themen zeitgeschichtlich einzuordnen sind, und dass sie dem jeweiligen Zeitgeschehen entsprechen. Wie sah zu dem jeweiligen Zeitpunkt das Alltagsleben eigentlich aus? Welches Weltbild gab es damals? Welche Fahrzeuge waren auf den Straßen unterwegs? Wie klang das?

Die andere Motivation für ihn ist, das Ökosystem weiter zu bewahren. „Ich habe Interesse daran, mit meinen Stoffen an die Öffentlichkeit zu gehen. Das Wissen, dass es von vielen gehört wird, ist Antrieb, mir richtig Mühe zu geben.“ Eine neue Idee hat er schon: Kamphans ist fasziniert von den „tollen alten wendländischen Eichen. Ich möchte gerne von denen mal hören, was die über diese lange, lange Zeit erlebt haben.“

Kamphans‘ Verbundenheit mit seiner Umwelt liege in seiner Kindheit begründet. „Ich bin oft singend, mir Texte ausdenkend, um den See, der neben unserem Haus lag, gegangen.“ Seine Hörspielideen prüft er, indem er einfach vor die Tür tritt, ins Weite, ins Grüne schaut. In Köln, wo er lange lebte, war das nicht möglich. „Aber das habe ich hier jetzt wiedergefunden.“ Aufgewachsen ist er im ländlichen Frankenland, mitten im Wald, weit abgelegen vom nächsten Ort. Seine Kreativität wurde ihm von seinen Eltern in die Wiege gelegt. Beide sind ausgebildete Töpfer. Bei ihnen hat er erfahren, wie spannend und anregend es ist, neue Materialien auszuprobieren, neue Gestaltungsformen zu finden, und wie befriedigend es ist, Gestaltungsideen bis zur gewünschten Reife zu ent​wickeln.

Simon Kamphans und seine Frau Marike Schnarr-Kamp-hans – eine studierte Germanistin – sind geprägt durch die Liebe zum Land. Zwar haben sie viele Jahre in Köln gelebt, aber es war beiden immer klar, dass sie mehr Grün wollten, mehr Land um sich. Es war ihr Wunsch nach einem reizärmeren, entschleunigterem Leben, mit einer anderen Art von Konsum.

Lange suchten sie – und wurden schließlich über eine Marketingaktion auf das Wendland aufmerksam. „Dann habe ich mitgekriegt, was für eine Willkommenskultur einen hier erwartet. Das war irre.“ Simon und Marike fuhren 2017 erstmals zum Frühstück ins Lüchower Postlab, nachdem er im „Spiegel online“ davon gelesen hatte. Sie knüpften Kontakte und lernten ihren heutigen Vermieter kennen. Als die von ihnen anvisierte Wohnung einen Breitbandanschluss bekam – für Kamphans‘ Arbeit absolut unverzichtbar –, stand dem Umzug nichts mehr im Wege.

Der Kiebitz verlost fünf Hörspiel-CDs von Simon Kamphans. Wer eine CD gewinnen möchte, schreibt eine E-Mail mit dem Betreff „CD-Verlosung“ und Absender an kiebitz@ejz.de oder eine Postkarte an Redaktion Kiebitz, Wallstraße 24, 29439 Lüchow. Viel Glück!

Seit Anfang 2020 lebt das Ehepaar mit seinen beiden Kindern, dem vierjährigen Janosch und dem fast zweijährigen Linus, in Rehbeck. Simon Kamphans arbeitet überwiegend in seinem Homestudio und fährt nur zu größeren Aktionen nach Köln. Der Aufwand für seine Reisen zum Verlag ist groß. Daher genießt er es umso mehr, sich anschließend wieder in den Zug Richtung Wendland setzen zu können.

Zeit seines Lebens ist Kamp-​hans Vegetarier. Mitgebracht hat er es aus seinem Elternhaus. Es war nicht verboten, Fleisch zu essen, aber es hat ihn nicht gereizt. „Was ich als Jugendlicher gemerkt habe, war, dass ich deutlich mehr Nahrungsmittelarten kannte als meine Mitschüler.“ Mit dem Umzug ins Wendland möchte er auch andere Interessen ausbauen. Wie etwa „einen Garten bewirtschaften. Denn die paar Balkontomaten in Köln – das war nichts.“

Das jüngste Werk von Kamphans heißt „Unsere Insekten“. Die beiden Kinder Max und Lotta werden von der Rezeptions-Hummel Bobbi zum Schmetterling-Zimmer ins Insektenhotel gebracht. Die CD ist die aktuelle Folge der Reihe „Unsere Welt“. In einer Rezension eines Hörers auf Amazon heißt es: „Tolles Hörbuch! In einer Märchenstimmung wird eine schöne Geschichte erzählt und mit ihr viele Infos zu Insekten geliefert. Bin auch als Erwachsener begeistert!“

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