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Wie hütet man eine Herde von Klängen?

Preis der Deutschen Schallplattenkritik für Gabriele Hasler aus Groß Heide

bv Groß Heide. „Singen – und das kann man bei Gabriele Hasler hören – stellt Beziehungen her und enthält die Chance, andere Menschen auf eine Art zu berühren, die mit Sprache allein nicht zu erreichen ist“, konstatiert der Musikkritiker Hans-Jürgen Linke. Im August 2020 stellte die Musikerin dies in Zadrau unter Beweis: Mit einem Konzert stellte sie dort live ihre neue CD „Von Herden und anderen Büscheln“ vor.

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Nun wurde sie für das selbst komponierte und getextete Werk mit dem renommierten Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet. Die Begründung der Jury: „Eine ‚Herde von Klängen‘ hüten? Wird kompliziert, wenn Allophone und Affrikate, Postalveolare und Frikkative (Fachbegriffe für bestimmte Laute) ‚ständig in Bewegung‘ sind. Gabriele Hasler ist Hirtin, Jägerin und Köchin zugleich, ihr geht kein Laut flöten. Namen werden Schall und Hauch, Worte durch den Vokalwolf gedreht, mit Konsonantenschleifer bearbeitet und durch Wiederholung, Weglassung oder Nachwürzen versinnlicht. Was sie in Wikipedia-Wortstrecken vorfindet, aus Vokabelheften rezitiert oder den Vögeln vom Schnabel abliest, nennt sie ‚Höricht‘. Minimale Interventionen erzeugen aus Sprache Melodien, aus Gesang Geräusch und umgekehrt. Das lässt sich immer aufs Neue staunend anhören und am Ende noch mitsummen.“

Ein Interview mit Gabriele Hasler lesen Sie im kommenden Kiebitz.

Björn Vogt

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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