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Ära Scharnweber ist vorbei

Dömitzer Museumsleiter nun im Ruhestand

kek Dömitz. In kaum einer halben Stunde war alles vorbei: Gekommen waren am Freitagvormittag nur wenige Gäste, die der Verabschiedung des langjährigen Museumsleiters Jürgen Scharnweber, die nur in einem begrenzten Rahmen stattfand, beiwohnen wollten.

Und so fiel die Rede von ­Bürgermeister Reinhold ­Suhrau nicht lang aus. Das Stadtoberhaupt würdigte in kurzen Worten die langjährige Tätigkeit des Museologen: „1978 gelangte der erste Deutsche, Siegmund Jähn, in das Weltall, Argentinien wurde Fußball-Weltmeister, und Herr Scharnweber hatte am 1. November im Museum Festung Dömitz seinen Dienstbeginn. Am 1. Januar 1986 übernahm er dann dessen Leitung.“ In der Folgezeit konnte der Museumsleiter, der „zu Fragen um die Festung und das Museum um Antworten nie verlegen war“, den Bestand sichern und die museale Dokumentation ­vervollständigen.

Dabei hatte der ursprüngliche Berufsweg des gebürtigen ­Dömitzers ganz anders ausgesehen: Er war Matrose. Doch Vater Karl Scharnweber, beseelt vom Gedanken der Heimatgeschichte und dem starken Willen, das repräsentative Festungsgebäude in ein würdiges Aushängeschild für die Stadt umzuwandeln, hatte es trotz schwieriger Umstände geschafft, 1953 endlich ein Museum zu eröffnen und dieses kontinuierlich ausgebaut. „Und diese große Leistung ist dem Vater Scharnweber nicht hoch genug anzurechnen“, lobte ein Anwesender diesen Verdienst des Museumsgründers. Damals hatte vor dem Kommandantenhaus ein Schild gestanden, was wohl alle Einwohner ansprach: „Hier, liebe Dömitzer, entsteht ein Heimatmuseum!“

Aber Karl Scharnweber musste inzwischen langsam an seinen Ruhestand denken, und so fiel die Entscheidung, dass Sohn Jürgen – einer der sieben Söhne des mittlerweile gemeinsam im Museum wirkenden Ehepaares – diese Einrichtung weiter führen solle; dieser besuchte daraufhin die Fachschule für Museologie in Leipzig. So konnte der Museumsgründer zufrieden in den Ruhestand gehen.

Wenn es ab dem 1. März keinen Museumsleiter mehr gibt, geht es mit der Einrichtung dennoch weiter. „Das Museum bleibt auf jeden Fall erhalten, und Mandy Botzler, die versierte Leiterin unserer Tourist-Information, ist ja für die Festung zuständig und damit die Ansprechpartnerin“, war von Reinhold Suhrau zu diesem Thema zu erfahren.

Und dann gibt es schließlich auch den Förderkreis Festung Dömitz, dem Marina Möller und Volker Pansch vorstehen. Von Letzterem gab es mahnende Worte: „Was wären wir und was wäre Mecklenburg-Vorpommern ohne die Festung – so würde ich es mir wünschen, dass auch das Land etwas zum Wohle der Stadt beiträgt. Denn: Nur gemeinsam können wir etwas erreichen!“

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