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Wie ein zweites Zuhause

Australierin Kyra Hartge lebte zwei Jahre in Seelwig

bm Seelwig. Wie kommt man aus dem australischen New South Wales auf den Reiterhof nach Seelwig? Diese Frage sei ihr in den vergangenen zwei Jahren sehr oft gestellt worden, schmunzelt Kyra Hartge, die bis vor wenigen Tagen auf dem Reiterhof Seelwig gearbeitet und gelebt hat. Seit gestern ist die Australierin auf dem Weg nach Hause und es wird noch mindestens zwei Wochen dauern, bis sie wieder in ihrer Heimat ist, denn vor ihr liegt noch die Quarantänezeit in Darwin.

Eigentlich war der Rückflug bereits für Januar geplant. „Aber man musste buchen und sofort bezahlen. Dadurch, dass die Flüge so ­extrem teuer sind, musste ich mir etwas von meinen Eltern leihen und die konnte ich, aufgrund der Zeitverschiebung, nicht erreichen.“ Daher musste Kyra den Termin etwas nach hinten verschieben und bekam einen Flug für den 11. März. „Insgesamt sind 40 000 Australier im Ausland und kommen nicht nach Hause. Dadurch sind die Flüge alle schnell ausgebucht. Man muss sich sehr beeilen zu buchen und zu bezahlen. Eigentlich wollte ich abwarten, bis alles wieder halbwegs normal ist, aber das scheint noch zu dauern und so muss ich die zusätzlichen Kosten und die zusätzliche Zeit eben auf mich nehmen“, erzählt Kyra.

Denn neben dem Flug von Frankfurt nach Sydney, der 2 100 australische Dollar kostet, kämen noch 2 400 australische Dollar für den Quarantäneaufenthalt in Darwin dazu, sowie zwischen 200 und 500 Dollar für den Weiterflug von Darwin nach Sydney. In Frankfurt ist Kyra gerade im Hilton untergebracht, wo Sie auf das Ergebnis ihres PCR-Tests wartet – auch auf eigene Kosten.

Sie freut sich auf ihre Familie, die sie während ihres zweijährigen Aufenthalts einmal überraschend zu Weihnachten vor über einem Jahr besucht hat. „Meine Eltern ­waren richtig erschrocken. Ich hatte ihnen vorher nichts – ­erzählt.“

In Seelwig, auf dem Betrieb, habe sie mit der Familie Wittmer-Eigenbrodt aber eine zweite Familie gefunden. Sie war dort als Mädchen für – ­alles, habe aber auch viel bei den Pferden geholfen, von denen sie vorher gar keine Ahnung hatte. Wie aber kam sie nun dorthin? „Jochen Wittmer-Eigenbrodt ist befreundet mit einem Australier, mit dem ich zusammengearbeitet habe. Der hat damals den Kontakt hergestellt. – ­Jochen war zuerst etwas skeptisch, weil ich noch nie etwas mit Pferden zu tun hatte, aber er meinte, er würde es probieren.“

Bereits am zweiten Tag in Seelwig saß sie zum ersten Mal auf dem Pferd. Im Laufe der Zeit ritt sie täglich und ist sogar mit den Pferden gesprungen.

Zu ihren täglichen Aufgaben gehörte die Betreuung der Pferde und den Reitschülern zu helfen, die nachmittags zum Unterricht kommen. Außerdem hat sie die Ferienkinder mitbetreut, beim Kochen geholfen und die Ferienwohnungen mit sauber gemacht.

Gereist ist Kyra in der Zeit auch: Mit einem gekauften Auto fuhr sie zusammen mit einer australischen Freundin rund 4 000 Kilometer durch Europa.

Zurück in Australien, wird die 26-jährige wieder ihrem Beruf nachgehen, denn Kyra hat einen Bachelor in Strafrechtspflege. „Aber zuerst besuche ich meine Schwester in Sydney, die im vergangenen Jahr ein Baby bekommen hat.“

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