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„Wir warten auf den Startschuss“

Tag des Rückens: Fitnessstudios bieten per Youtube und Zoom Hilfe an

bv Gartow/Lüchow. Ganz Deutschland blickt gebannt auf die Inzidenzahlen. Aktuell sieht es so aus, als könne sich das Leben nach dem Ende des Lockdowns endlich weiter normalisieren. Geschäfte und Restaurants dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Die Pläne liegen in den Schubladen. Ganz besonders fiebern die Fitnessstudios der möglichen Öffnung entgegen. „Wir haben ja bereits Konzepte vor dem zweiten Lockdown erarbeitet, die im Moment wieder ziehen“, berichtet etwa Sven ­Grützmacher vom Studio ­Fitness an der Therme in Gartow. „Wir stellen den Kunden das Studio einzeln stundenweise zur Verfügung. Wir bieten das an, um unsere Kunden bei der Stange zu halten“, berichtet Grützmacher, der bei seinen Mitgliedern nach wie vor nichts abbucht: „So lange wir geschlossen haben, fallen keine Beiträge an. Was wir seit einem Gerichtsbeschluss Ende Februar anbieten dürfen, ist, das Studio einzeln stundenweise anzubieten. Einige nehmen das sehr gerne in Anspruch.“ Grützmacher rechnet aber fest damit, „dass wir bis 28. März geschlossen bleiben.“ Und dann? „Wir ­haben ja bereits ein Konzept: Limitierte Anzahl an Kunden lassen wir rein. Auf der Fläche können sich gut aus dem Weg gehen, und draußen können wir wieder Rehasport anbieten.“

Es gebe ja zum Glück auch staatliche Förderungen, auch, wenn diese nur häppchenweise ankämen, merkt ­Grützmacher an. Für die Therme gab es ebenfalls ein Konzept: Begrenzter Einlass. Auch die Anzahl in den Sammelumkleiden oder in den Saunen war limitiert. Mit dem zweiten Lockdown aber war die Schließung unvermeidlich. „Als Unternehmer so lange ,zwangsbeurlaubt‘ zu sein, das ist schon hart“, seufzt der Selbstständige. Überhaupt ­sitze die Panik tief, nach einem Jahr Pandemie, und für viele Freiberufler und Solo-Selbstständige werde die Zeit knapp. „Letztendlich warten wir auf den Startschuss!“, so Grützmacher.

Auch Anke Kasemi weiß, dass ihre Kundinnen und Kunden lange gewartet haben und in den Startlöchern stehen.

Seit dem 8. Februar bietet auch das Team vom Sport-Art Lüchow die stundenweise Vermietung des Studios an. „Denn es wurde gerichtlich entschieden, dass auch in ­Fitnessstudios Individualsport durchgeführt werden darf. ­Somit dürfen wir euch die Räumlichkeiten zumindest stundenweise vermieten. In zwei separaten Bereichen, dem Gerätetraining im Kraft- und Freihantelbereich sowie dem Circulargeräte- und Cardiotraining sind jeweils zwei Personen zugelassen.“

Terminbuchung ist telefonisch möglich.

Aber auch die Online-Kurse würden gerne genutzt, berichtet Kasemi. Zum Tag der Rückengesundheit etwa können Interessierte eine Yoga-Stunde mit Jenny Lindström oder ein Rücken-Workout mit Sascha Cullum ansehen und aktiv mitmachen, ohne jede Ansteckungsgefahr.

„Rückenschmerzen sind immer etwas individuelles“, betont Kasemi. „Oft liegen die Ursachen nicht dort, wo der Schmerz empfunden wird. Die gute Nachricht: bei acht von zehn Rückenpatienten sind die Ursachen myofaszialer Natur“. Dort greife die „Balllance“-Methode sehr erfolgreich.

„Im ersten Schritt nehmen wir sanft den Druck aus der Wirbelsäule, denn weniger Druck bedeutet weniger Schmerz. Im zweiten Schritt wird die Wirbelsäule mobilisiert, im dritten Schritt der Körper gekräftigt. Gerade nach der langen Zeit des Lockdowns ist es wichtig, einen sanften Weg aus der Fehlhaltung zu wählen. Wer einfach drauflos trainiert, manifestiert die Fehlhaltung, was zu noch mehr Schmerzen führen kann“, warnt Kasemi. „Wir bieten diese Methode bei uns zurzeit in einem Zoom-Livetraining an. Die Teilnehmer werden von einer Physiotherapeutin begleitet.“ Die Kassen bezuschussen den Rücken-Präventionskurs mit bis zu hundert Prozent, je nach Kasse. Der erste Kurs ist ausgebucht. Für weitere Kurse kann man sich per E-Mail anmelden.

Und so, wie es aussieht, sind die Tage des strikten Shutdowns gezählt. „Wir freuen uns sehr darauf, demnächst wieder live mit Euch trainieren zu können“, hoffen Kasemi und Grützmacher.

Immer am 15. März – 2021 erste digitale Themenwoche

Tag der Rückengesundheit – zehn goldene Regeln für weniger Rückenbeschwerden

Kein Bock auf Rücken? Dann aufgepasst: Am 15. März ist wieder Tag der Rückengesundheit. Dieser läutet in diesem Jahr die erste digitale Themenwoche rund um die Rückengesundheit ein. Bei der Initiative des Bundesverbandes deutscher Rückenschule und der Aktion Gesunder ­Rücken dreht sich dieses Mal ­alles um die Rückenschule 2.0. Dabei handelt es sich um ein wissenschaftlich fundiertes, alltagsnahes Maßnahmenpaket zur ganzheitlichen Prävention und Linderung von Rückenschmerzen – in diesem Jahr corona­bedingt in passenden Formaten ausschließlich digital.

Im Rahmen der Woche der Rückengesundheit vom 15. bis 19. März stellen nam­hafte Experten Betroffenen und interessierten Laien an fünf ­Themenabenden in Live-Vorträgen und Workshops alltagstaugliche Tipps, lizenzierte Programme und Konzepte zur Rücken­gesundheit vor. Infos ­unter www.tdr.digital.

Seit 2002 steht der 15. März in Deutschland für den bundesweiten Tag der Rückengesundheit. Statistisch gesehen leidet in Deutschland aktuell etwa fast ­jeder Dritte unter Rückenbeschwerden. 70 Prozent der deutschen Bevölkerung klagen mindestens einmal im Jahr über Rückenschmerzen, nahezu 80 Prozent aller Deutschen haben ein Rückenleiden – mindestens einmal im Leben. Am häufigsten betroffen ist die Altersgruppe der 50- bis 70-Jährigen, wobei auch jüngere Menschen immer häu­figer von Wirbelsäulenbeschwerden betroffen sind.

Die Initiatoren des Tags der ­Rückengesundheit haben zehn goldene Regeln der Rückengesundheit verfasst: Pflegen Sie ­einen aktiven Lebensstil. Körper und Geist brauchen Bewegung. Vermeiden Sie Dauerstress – zu viel Stress erhöht die Muskelspannung. Trainieren Sie Ihre Muskeln und Faszien regelmäßig – ein muskuläres Gleichgewicht ist wichtig. Wechseln Sie möglichst oft Ihre Körperhaltung. ­Sitzen, Stehen, Bewegen. Heben und tragen Sie rückenfreundlich. Einsatz von Rumpf- und Beinmuskeln. Halten Sie Balance zwischen Belastung und Erholung. Dauerbelastung verspannt die Muskeln.

Bleiben Sie bei Rückenbeschwerden locker: Rückenbeschwerden entstehen auch im Kopf. Gestalten Sie Ihr Umfeld ergonomisch – Ergonomie ­fördert Bewegung und reduziert Fehlbelastungen. Treiben Sieregelmäßig gesunden Sport. Freude an Bewegung in einer Gruppe. Bleiben Sie achtsam und entspannt – Körper und Geist stehen in enger Wechselwirkung.

Björn Vogt

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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