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„Wir können weniger bewirken“

Corona trifft auch das Lüchower Eine-Welt-Lädchen

bm Lüchow. Bewusster Konsum, nachhaltige Entwicklung und weltweiter fairer Handel: Dafür setzt sich das kleine ­Eine-Welt-Lädchen an der Lüchower St.-Johannis-Kirche seit fast 30 Jahren ein. Damit ist es eines von insgesamt 900 Weltläden in Deutschland, welche die Fairness von globalem Handel unterstützen und kontrollieren.

Derzeit sind Cathrin Wolters und Annelore Zerwe – zwei von insgesamt elf ehrenamt­lichen Mitarbeitern – nicht nur unterbeschäftigt, sondern auch frustriert. „Wir leben von den Gottesdiensten und den regelmäßigen Veranstaltungen. Das sind die Zeiten, in denen viele Leute unseren kleinen Laden besuchen und auch etwas kaufen“, erzählt Cathrin Wolters, die den Laden seinerzeit zusammen mit ihrem Mann Hans-Jürgen – dem einstigen Propst – und dem Ehepaar Christa und Hermann Ripke ins Leben ­gerufen hatte.

Ein kleiner überschaubarer und gemütlicher Laden im Gemeindehaus, der vieles bewirken kann – wenn es denn läuft.

„Wir unterstützen mit dem erwirtschafteten Überschuss viele Projekte. Wir haben immer zwei Patenkinder, die einen monatlichen Zuschuss bekommen, damit sie zur Schule gehen ­können“, informiert Annelore Zerwe. Derzeit werde eins in Südafrika und ein weiteres Kind in Südamerika unterstützt. Einiges von dem Geld fließe auch nach Südamerika für ein ­Projekt ­einer deutschen Ordensschwester. „Schwester Carolin betreut dort Frauen. Sie bringt ihnen beispielsweise das ­Nähen bei, damit sie ihre ­Familie unterhalten können. Denn viele Frauen werden schwanger und dann von ­ihren Männern sich selbst überlassen. Carolin ist extrem selbstlos und lebt zusammen mit den Frauen in den Slums“, erzählt Wolters über die engagierte Nonne, die auch schon im Lüchower Lädchen zu Besuch war.

Etwa 425 Produkte gibt es in der Kreisstadt zu kaufen. Das wissen die beiden so genau, weil die Mitarbeiter einmal im Jahr Inventur machen müssen. „Denn seit etwa einem Jahr sind wir auch noch mehrwertsteuerpflichtig“, ­erzählt Zerwe.

Nicht nur das Ausbleiben von Kunden und die damit einhergehende Möglichkeit, Gelder zu spenden, sondern auch die regelmäßigen persönlichen Treffen fehlen den Mitarbeitern. „Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, über die wir kommunizieren, aber der ­persönliche Kontakt fehlt, genauso wie die Gottesdienste, die ausfallen“, bedauert ­Wolters.

Für Annelore Zerwe ist das Ehrenamt eine echte Vertiefung und die Möglichkeit, „noch etwas zu bewirken“.Mit der Arbeit und dem Lädchen möchten die Mitarbeiter auf Missstände aufmerksam machen und das Bewusstsein der Leute ansprechen. „Auch in Rumänien etwa gibt es ­immer noch Straßenkinder“, ergänzt Wolters.

Das Lüchower Lädchen ist eines von vieren im Kreisgebiet. In Dannenberg, Hitzacker und Wustrow gibt es ebenfalls Eine-Welt-Lädchen.

Die Öffnungszeiten in Lüchow sind mittwochs von 10 bis 11.30 Uhr und von 15 bis 16 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 11.30 Uhr und sonntags nach dem ­Gottesdienst.

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