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Wer kennt die Damen vom Turm?

Lüchows Kinder-Stadtrallye führt zu alten und neuen Highlights

dazu gehört

bv Lüchow. Es wurde von dem Kunstmaler Heino Jacobsen gemalt. Es handelt sich nicht um ein Graffiti, sondern wurde mit der Hand gemalt – und zwar, aufgrund einer Behinderung, mit der linken, obwohl Jacobsen eigentlich Rechtshänder ist. Das imposante Gemälde stellt einen Zug, den „Stones-Train“, mit wichtigen Stationen der Karriere der Band dar. „Kommt nach Lüchow“, fordert ein Banner im Zuschauerraum.

Übrigens: Das älteste Haus Lüchows steht in der Nähe vom Glockenturm und hat den großen Brand von 1811 überlebt. Als eines von ganz wenigen Häusern Lüchows. Es ist „Anno 1611“ erbaut worden. Das Haus und seine Bewohner hatten großes Glück: Als der Morgen des 25. April 1811 graute, war die ganze Stadt bis auf wenige Gebäude im Bezirk der St.-Johannis-Kirche ein rauchender Schutthaufen. Zweihundert Familien waren obdachlos geworden. „Die ganze Stadt“, so die amtliche Beschreibung nach dem Brand, „war anzusehen als ein mit brennbaren Materialien angefülltes, großes Magazin“. Der Wiederaufbau lag in den Händen von Distriktbaumeister Lietzmann aus Salzwedel. Sein Konzept war von bestechender Klarheit: Im Mittelpunkt seiner Analyse stand die Tatsache, dass die Stadt nur eine Aus- und Einfahrt hatte, durch die Lange Straße miteinander verbunden. Lüchow erhält einen völlig neuen Grundriss. Das Gewirr von schmalen, krummen, verkehrshemmenden Straßen wird in ein System von Rechtecken verwandelt. Und es entsteht ein großer Marktplatz vor dem Ratskeller.

Nächster Punkt ist eine große Skulptur in Sichtweite des Amtsturms. Kennen Sie diese Damen? Die Skulptur des Bildhauers Waldemar Nottbohm zeigt Herzogin Sophie Elisabeth von Braunschweig-Lüneburg und Herzogin Anna von Nassau, die Erbauerin des Lüchower Schlosses, die im 16. und 17. Jahrhundert in Lüchow, wo sie ihren Witwensitz hatten, gelebt und gewirkt haben. Sophie Elisabeth heiratete 1635 Herzog August den Jüngeren. Das „Zentrum von Pracht und Macht, Kultur und Bildung, Begabung und Begeisterung“, als das Wolfenbüttel bis zum Tod Augusts 1666 galt, war auch von der Herzogin geprägt gewesen.

Diese bezog 1667 ihren Witwensitz in Lüchow, wo rund 150 Jahre zuvor Anna von Nassau, die Herzogin von Braunschweig, ihre letzten Lebensjahre verbracht hatte. Auch Anna von Nassau hatte Kultur und Feinsinn, Kreativität und Musikalität, Durchsetzungsvermögen und Engagement ins abgelegene Lüchow gebracht.

Weiter geht es zum Wasserturm, 1909 erbaut, als Lüchow erstmals eine öffentliche Trinkwasserversorgung bekam. Heute ist der Turm 112 Jahre alt. Durch den 1957 nötig gewordenen Turmkopfumbau fügt sich die neue Form architektonisch gut in den Baubestand der Umgebung ein. Die Rallye führt zurück in die Innenstadt: Nach einem Besuch bei den Leineweberinnen auf dem Marktplatz geht es zur heute vielleicht größten Attraktion der Stadt, dem Rolling-Stones-Fan-Museum – es feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen.

Übrigens: Den Flyer zur Rallye gibt es kostenlos bei der Gästeinformation im Amtshof 2a in Lüchow, Tel.: (0 58 41) 9 74 73 86.

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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