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Artenreichsten Lebensraum schützen

Konau 11 Natur und BUND: Exkursion zu Niedersachsens schönster Streuobstwiese

bv Höhbeck. Unter den zahlreichen Streuobstregionen nimmt der Höhbeck eine Sonderstellung ein. Bis in die 1960er-Jahre betrieben die Einwohner von Pevestorf, ­Vietze und Brünkendorf regen Obstanbau. In den Blütezeiten standen hier über 10 000 Bäume mit alten Sorten. Der Höhbeck ist Bestandteil des Biosphärenreservates Niedersächsische Elbtalaue. Er ragt mit den auf ihm gelegenen Dörfern Vietze, Brünkendorf und Pevestorf als eine von der Eiszeit geprägte Stauchmo­räne aus der ansonsten flachen Elbtalaue heraus. Bei ­einer Exkursion des ostelbischen Vereins Konau 11 Natur in Kooperation mit dem Streuobstwiesen-Bündnis Niedersachsen sollte die artenreiche Streuobstwiese der BUND-Kreisgruppe ­Lüchow-Dannenberg auf dem Höhbeck bei Pevestorf erkundet werden. Das Besondere: Zwei ausgewiesene Experten – Pomologe Hermann Stolberg und Botanikerin Heinke Kelm – hielten Vorträge. Und trotz schweißtreibender 35 Grad Celsius im Schatten machten sich rund 30 Besucher auf den Weg, um mehr über diesen besonderen Ort zu erfahren.

Klaus Mayhack vom BUND erklärte zu Beginn, dass der sonnenexponierte Südhang mit seinem sehr geringen Baumbestand weiter schrittweise ausgelichtet werde, um die Trockenrasenvegetation zu fördern. Seit 2018 vertrocknen Bäume hin und ­wieder. „Unser anfänglicher Optimismus, nach der Schenkung der Wiese an den BUND, auch hier eine wunderschöne Streuobstwiese anzulegen“, habe sich bald zerschlagen. „Stattdessen haben wir uns schwerpunktmäßig auf den Naturschutz ein­geschossen – und das mit ­großem Erfolg.“ An Kleinlebewesen und botanisch herrsche eine überbordende ­Vielfalt. „Uns wurde die Wiese mal vererbt“, berichtet Mayhack. Dabei war Glück im Spiel: Nach dem Konkurs des ursprünglichen Besitzers fand sich eine Berliner Privatbank, die das Areal erwarb – und es schließlich dem BUND überschrieb. Ein großer Erfolg sei das BUND-Wildbienenprojekt auf dieser Wiese: „120 Wildbienenarten leben hier, in Niedersachsen sonst komplett ausgestorbene Arten finden sich, das Areal gilt als einzigartiger Hotspot für Wildbienen in ganz Norddeutschland.“

Auf der Obstwiese wurden auch über 30 Pflanzenarten der Roten Liste nachge­wiesen.

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Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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