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In Schnackenburg lebt man den Zusammenhalt

Schützengilde feiert Bürgerfest für ausgefallenes Schützenfest / Jubiläum 2023 geplant

bv Schnackenburg. „Es ist ja nicht nur die Schützengilde“, eröffnet Pierre Plötner, amtierender 1. Vorsitzender der Schützengilde Schnackenburg von 1848, das Gespräch. „In Schnackenburg haben wir über acht Vereine, und viele von uns sind gleich in mehreren.“ In Schnackenburg lebt man den Zusammenhalt.

Der 34-Jährige ist ein gutes Beispiel für so einen „typischen“ Schnackenburger: Er ist dort geboren, hat vor Kurzem ein Haus gebaut und fiebert nun der Geburt seines ersten Kindes entgegen – seine Partnerin ist hochschwanger. Pierre Plötner – ein Schnackenburger durch und durch. „Seit 2018 bin ich der 1. Vorsitzende und Gildemeister, das wird bei uns nicht getrennt. Ich habe das Amt von Klaus Dornblüth übernommen. Ich kenne das seit meiner Jugend: Es war immer Klaus Dornblüth, der den Vorsitz innehatte, gefolgt von Hartmut Klüver, dann schließlich wieder Klaus Dornblüth. Mitglied der Gilde bin ich schon seit meinem 14. Lebensjahr – seit 20 Jahren! Ich kam dann in den Vorstand, wurde Schießsportleiter – und schließlich 1. Vorsitzender. Ich mache das sehr gerne, da hängt mein ganzes Herzblut dran“, sagt Pierre Plötner. Er steht somit auch für die erfolgreiche Verjüngung des Vorstandes – die ­Alten haben gerne Platz gemacht und freuen sich, dass es jemanden gibt, der das Amt mit Feuereifer in die ­Zukunft trägt.

Pierre Plötner zeigt ein Fotoalbum, welches er als „den Gildeschatz“ bezeichnet: Es zeigt die ersten Schwarz-Weiß-Aufnahmen vom Schnackenburger Gildeleben seit 1949, fröhliche Gesichter, Jung und Alt vereint. Es zeigt eindrucksvoll, wie in Niedersachsens kleinster Stadt gefeiert wurde – und bis heute wird. Im ersten Album werden noch König Julius Dornblüth und Kronprinz Karl Järnecke von 1939 bis 1949 geführt – die Gilde konnte wegen des Krieges erst 1949 wieder mit den regulären Schützenfesten beginnen.

Inzwischen sind es fünf Alben, deren jüngstes vom amtierenden Gildemeister geführt und mit den anderen zusammen aufbewahrt wird. Sie werden von Gildemeister zu Gildemeister weiter geben. „Wir haben beschlossen, diese Alben demnächst zu digitalisieren, so dass wir im Falle eines Unglückes, etwa eines Brandes, wenigstens noch die digitalen Kopien ­haben“, berichtet Plötner – dieser Schatz wäre sonst unwiederbringlich verloren.

Ihm sei zwar nach seiner ersten Proklamation des neuen Königspaares ein „Riesenstein vom Herzen“ gefallen, Sorgen aber hätte er sich zu keinem Zeitpunkt machen müssen. „Die Menschen stehen alle hinter einem, hier halten alle zusammen.“

Natürlich sei es schade, dass coronabedingt die Schützenfeste im vergangenen und in diesem Jahr hätten ausfallen müssen – aber die Schnackenburger sorgen für Ersatz: Am Sonnabend, dem 17. Juli, wird auf dem Marktplatz ein coronakonformes Bürgerfest gefeiert. „Wir sagen bewusst Bürgerfest, um alle anzusprechen“, betont Plötner. Einige Karussells und Buden, Musik und gute Laune – ein Zusammenkommen mit dem nötigen Abstand.

Der Gilde gehe es insgesamt gut, berichtet Plötner, sie zähle aktuell 108 Mitglieder, Austritte gab es ganz wenige, der Zusammenhalt sei trotz oder wegen Corona groß. Auch finanziell sei die Gilde gut aufgestellt. Aber: „Kein Schützenfest, kein Schützenball: Es ist eine Durststrecke“, bekennt Plötner, „das Zusammensein fehlt uns sehr.“ Was diesen Ort ausmache, sei eben das eingangs genannte reiche Vereinsleben. „Der Männergesangsverein, der TuS Schnackenburg, die Schifferbrüderschaft, die Bootsfreunde, der Posaunenchor, der Gemischte Chor, die Feuerwehr – wegen der vielen Fahnenabordnungen ist unser Umzug am Sonnabend immer so immens lang“, lacht Plötner.

Als kleiner Ausgleich ist das Bürgerfest am 17. Juli gedacht. Und im Jahr 2023 steht das nächste große Jubiläum an: Dann wollen die Schnackenburger das 175-jährige Bestehen ihrer Schützengilde feiern – unter den Eichen, am Elbestrand, wie es die Tradi­tion verlangt.

Vereine werden vorgestellt

Im Hintergrund wird gearbeitet

Liebe Leserinnen und Leser, wir stellen im Rahmen dieser Serie verschiedene Vereine aus Lüchow-Dannenberg und deren Aktivitäten zu Pandemiezeiten vor. Folgend werden Berichte über den RFV Dannenberg, über die Schützen­gilde Gartow, den Erntefestverein Schnega sowie über den RFV Wendland erscheinen (Änderungen vor­behalten).

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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