Keine Nachwuchssorgen

Vörgodendeelsdag trotzt Pandemie mit Aktivitäten und WhatsApp-Gruppe

pw Schnega. Nach mehr als einem Jahr Pandemie und dem damit verbundenen Ausfall von Festen und anderen Aktivitäten leiden viele Vereine unter Mitgliederschwund. Bei der Schnegaer Erntefestgruppe Vörgodendeelsdag ist eine gegenteilige Entwicklung zu beobachten: „Um Nachwuchs machen wir uns keine Sorgen“, sagt Karin Schröder vom Vorstand Erntefestgruppe. Als die Aktiven im vergangenen Jahr das für das historische Erntefest vorbereitete Feld abmähten, seien „viele neue Mitglieder“ gekommen. Sie habe man bei der vereinsinternen Veranstaltung gleich für kommende Erntefeste angelernt.

„Eine tolle und lockere Gruppe“

Auf die Frage, warum die Gruppe, die sich historischen Erntemethoden verschrieben hat, auch gerade bei jungen Menschen beliebt sei, antwortet Karin Schröder ohne zu zögern: „Weil wir eine tolle und lockere Gruppe sind, die jeden aufnimmt und nicht fragt: Wer bist du und was machst du?!“

Ein weiterer Grund dürfte sein, dass die Erntefestgruppe, die in diesem Sommer unter normalen Umständen den 45. Vörgodendeelsdag gefeiert hätte, auch zu Neuerungen bereit ist. So haben die jungen Leute der Erntefestgruppe vor einigen Jahren im Anschluss an das historische Erntefest eine Party auf dem Festplatz organisiert, die von den Besucherinnen und Besuchern sehr gut angenommen wird. Zunächst seien die Älteren skeptisch gewesen, stellten jetzt aber anerkennend fest, dass die Party eine Bereicherung für den Vörgodendeelsdag sei.

Bei dem historischen Erntefest demonstrieren die Aktiven seit mehr als 40 Jahren, wie das Getreide bis vor einigen Jahrzehnten eingebracht wurde: mit Muskelkraft, in Teamarbeit und vielen einzelnen Arbeitsschritten vom Mähen mit der Korbsense bis zum Ausdreschen des Getreides mit Dreschflegel oder später der von einem Trecker angetriebenen hölzernen Dreschmaschine – damals eine immense Arbeitserleichterung.

Das Fest, das normalerweise am vorletzten Wochenende am und auf dem Festplatz am Schnegaer Schafstall stattfindet, zieht immer zahlreiche Gäste an, die neben den Erntevorführungen noch einiges mehr geboten bekommen. Auf der Bühne treten die Tanzgruppe „De lütten Swinmarker“ und die Erntefestmusikanten auf, die Landfrauen – von denen viele auch ­Mitglied in der Erntefestgruppe sind – bieten Kaffee, Kuchen und Schmalzbrote an, es gibt eine Verlosung und Verkaufsstände.

Über WhatsApp Kontakt gehalten

Im vergangenen Jahr musste das Fest ebenso wie die tra­ditionelle Jahresversammlung am 6. Dezember ausfallen, einzige gemeinsame Aktivitäten im Corona-Jahr waren das Abernten des Feldes mit ­anschließendem Grillen. ­Außerdem reiste die amtierende Erntekönigin Renate Bäthge mit einer Abordnung zum Kartoffelfest nach Bad Bevensen. „Wenn wir irgendwo eingeladen werden, ­fahren wir da gerne hin, um uns zu präsentieren“, sagt ­Karin Schröder. Vor Corona sei man über mehrere Jahre auch bei der Grünen Woche in Berlin gewesen oder auch beim Königinnenempfang bei Ministerpräsident Stefan Weil in Hannover. Kontakt haben die Mitglieder über eine WhatsApp-Gruppe gehalten. Die derzeit nied­rigen Infektionszahlen hätten ein Erntefest in diesem Juli grundsätzlich möglich gemacht, aber „wir hatten Angst vor den Hygienevorschriften, dass wir die nicht einhalten können. Wir sind natürlich traurig, dass es wieder ausfällt, aber wir hoffen auf nächstes Jahr“, sagt Karin Schröder. Und in zwei Jahren soll es zum dann 45. Erntefest eine weitere große Zeltfete geben.

Ein kleines Erntefest hat es in diesem Jahr dann aber doch gegeben: Kürzlich hat die Erntefestgruppe für die Jungen und Mädchen der Schnegaer Kindertagesstätte Tipitou vorgeführt, wie die Getreideernte früher ausgesehen hat, hat mit ihnen Garben und kleine Erntesträuße gebunden und Butterkuchen gegessen. ­Obwohl die Veranstaltung vormittags stattfand, hatten viele Aktive die Zeit gefunden, dabei zu sein – standesgemäß in Arbeitstracht. Abends mähte die Gruppe dann den Rest des Feldes ab, bevor gemeinsam gegrillt wurde. „Wir haben einen Stamm von 40 bis 50 Leuten“, erzählt Karin Schröder. Die kommen längst nicht nur aus Schnega und Umgebung, sondern fühlen sich über Landkreis- und sogar Landesgrenzen hinweg der Schnegaer Erntefestgruppe verbunden.

Eine weitere Aktivität ist eine Wanderung zum Zwergenstein bei Proitze für Kinder ab fünf Jahren und Jugendliche, die am 6. August im Rahmen der Ferienbörse stattfinden soll. Auch, „damit wir von der Erntefestgruppe weiter präsent sind“, sagt Karin Schröder.

Vereine werden vorgestellt

Im Hintergrund wird gearbeitet

Liebe Leserinnen und Leser, wir stellen im Rahmen dieser Serie verschiedene Vereine aus Lüchow-Dannenberg und deren Aktivitäten zu Pandemiezeiten vor. Folgend werden Berichte über den RFV Wendland, über die Schützen­gilde Gartow sowie über den RFV Dannenberg erscheinen (Änderungen vor­behalten).

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