Leistungen, auf die man stolz sein kann

Beim SV Breese-Gümse schaut man zuversichtlich in die Zukunft

rs Breese/M. Mittlerweile können die Mitglieder der drei am Bau beteiligten Vereine und auch die Jungen und Mädchen des benachbarten DRK-Kindergartens das „Haus der Vereine“ nutzen. Am Dienstag- und Mittwochabend finden dort seit Kurzem wieder regelmäßig Schießübungsabende des Schützenvereins statt. „Wir haben uns jüngst einstimmig dafür ausgesprochen, ein Sommerfest im September zu planen“, informierte am Mittwoch Thomas Jirjahn, der wenige Monate vor Beginn der Corona-Pandemie den Posten des vieljährigen Vereinsvorsitzenden Jens Hesebeck übernommen hatte. „Darüber hinaus wird unsere ausstehende Jahreshauptversammlung im Oktober stattfinden – immer unter der Voraussetzung, dass es die Bedingungen zur Corona-Situation dann zulassen.“ Ob ein Schützenball im November stattfinden könne, werde noch geprüft.

Überraschend gut gelaunt berichteten Jirjahn und sein Stellvertreter Jörg-Heinrich Siemke aus Sicht des Schützenvereins von den vergangenen Monaten – obwohl die Schützenfeste 2020 und 2021 abgesagt werden mussten, das Vereinsleben im Wesentlichen ruhte. Gemeinschaftlich hatte man im Juni vergangen Jahres die Badestelle am Gümser See hergerichtet und in der von Schriftführer Andreas Olschner betreuten und informativ unter www.sv-breese-guemse.de gestalteten Website eine große Bildergalerie für die Mitglieder als kleines Trostpflaster gestaltet. Aber die neue Heimat des Vereins, „auf die man stolz sein kann“, und die wiedererstarkte Nachfrage der Mitglieder nach Aktivitäten geben Auftrieb. „Wir haben keine nennenswerten Veränderungen der Mitgliederzahlen erlebt“, sagt Jirjahn. Beständig bewege man sich bei einer Zahl um die 100 – etwa 80 Uniformierte und rund 20 Frauen in der enorm angewachsenen Damenschießgruppe. Erst 2011 trat die erste Frau als aktive Sportschützin dem Schützenverein bei. Seitdem wächst die Gruppe stetig und erlangte bei Wettkämpfen wiederholt erste Plätze. Auch die Männer sind erfolgreich – stellten sie mit Thomas Jirjahn, Axel Siemke, Heiko Wiegmann, Thomas Strache und Hermann Stahlbock bereits fünf Kreiskönige und weitere vier Samtgemeindekönige.

„Wenn wir wieder Schützenfest feiern dürfen, verfügen wir wahrscheinlich über den dienstältesten König der Region“, unkte der Vereinsvorsitzende, der selbst zwei Mal Regent war. Denn der SV Breese-Gümse stellte 2019 keinen König, was es seit der Vereinsgründung 1914 mit Ausnahme der Kriegsjahre lediglich 2012 gab. Somit ist Wilhelm Gausmann, der 2018 die Würde errang, seitdem im Amt.

Ingenieur Jörg-Heinrich Siemke (König 1995), dessen Vater Heinrich Siemke 1989 und dessen Bruder Axel Siemke 2014 jeweils den Jubiläumskönig stellten, erläuterte mit Freude die gelungenen technischen Details des „Hauses der Vereine“, an dem man über ein Jahrzehnt geschliffen und es findig umgesetzt habe. „Was beim dreibahnigen Kleinkaliber-Stand, der sich in einem geschlossenen Schießtunnel im Erdgeschoss befindet, der keine Geräuschemissionen zulässt und wo eine kreisweit einzigartige selbst konstruierte Schmauchabsaugung installiert wurde, seit dem Neubau des Schießstandes von vornherein geplant war, hat sich nun auch beim vier Plätze umfassenden Luftgewehrschießstand im Obergeschoss durchgesetzt: In vielen Stunden handwerklicher Feinarbeit haben eine Handvoll Schützenbrüder eine Messanlage ohne Seilzüge gebaut, die ihresgleichen sucht. Jeder Messrahmen verfügt über eine integrierte Beleuchtung. Zudem gibt es einen Kugelfang, der das Auffegen von gebrauchter Munition überflüssig macht. Alle Ergebnisse werden 1:1 im Vorraum und beim Schützen digital auf Monitoren auf das Zehntel genau angezeigt.“

Auch andere Bereiche des Hauses sind beispielhaft, etwa der Schwingboden des rund 90 Quadratmeter großen Gymnastikraums. Insgesamt habe sich der Bau des Hauses in mehreren Phasen vollzogen. Vielfach gab es Einschränkungen und Rückschritte, ja selbst einen Rechtsstreit, bis am heutigen Standort am 11. November 2017 der erste Spatenstich erfolgte. „Bereits 2009 strengten die Vorstände des VfL und des Schützenvereines erste Überlegungen an, wie man gemeinsam die Aufgabenstellung zur Schaffung von angemessenen Sportanlagen für die Mitglieder umsetzen kann. Ziel war die Errichtung eines zeitgemäßen Schießstandes für den Schützenverein und eines Gemeinschafts- und Turnraumes für den VfL“, erinnerten sich Siemke und Jirjahn. Leider wurden die ersten Planungen von der Genehmigungsbehörde abgelehnt, da der Anbau an das Gebäude wenige Meter in eine Schutzzone des Biosphärenreservates gereicht hätte. Bei den weiteren Überlegungen wurde auch die Feuerwehr einbezogen, da auch das Feuerwehrgerätehaus stark sanierungsbedürftig war. Verschiedene Standorte wurden diskutiert, mussten aber wieder verworfen werden. Anfang 2015 wurde eines der letzten Baugrundstücke in Breese/Marsch in unmittelbarer Nähe der Sportanlagen als Standort besprochen. Zügig wurde nach der Erklärung des Besitzers, verkaufen zu wollen, eine neue Planung entwickelt, welche passend auf das zur Verfügung stehende Grundstück zugeschnitten wurde. „Alle Belange der Vereine konnten am neuen Standort berücksichtigt werden. Und selbst für den bereits lange gewünschten Spielplatz konnte eine Fläche bereitgestellt werden“, so die Vereinsspitze des SV Breese-Gümse. Im Februar 2016 traf die lange ersehnte Baugenehmigung ein und das Projekt schritt rasch voran – Finanzierungsgespräche wurden geführt, Förderanträge wurden gestellt. Am 24. August 2018 war Richtfest.

Vereine werden vorgestellt

Im Hintergrund wird gearbeitet

Liebe Leserinnen und Leser, wir stellen im Rahmen dieser Serie verschiedene Vereine aus Lüchow-Dannenberg und deren Aktivitäten zu Pandemiezeiten vor. Folgen werden Berichte über den RFV Dannenberg, über die Schützen­gilden Gartow und Schnackenburg, den Erntefestverein Schnega sowie über den RFV Wendland erscheinen (Änderungen vor­behalten).

Redaktion Kiebitz 05841/127 420 seide@ejz.de

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