Der Trauer einen Raum geben

Schmidt-Maury baut modernes Bestattungshaus in Lüchow

bv Lüchow. Es ist das größte Projekt in der Geschichte des Gartower Bestattungsunternehmens Schmidt-Maury: In Lüchow, gegenüber des Friedhofes, am Berthold-Roggan-Ring, dort, wo einst die Firma Schütte Steine produzierte, ist ein Gebäudeensemble entstanden, wie es kein zweites in Lüchow-Dannenberg gibt. „Es ist ein neuer Standort unseres Bestattungshauses“, erläutert Manuel Maury, „aber es ist gleichzeitig auch mehr als das.“ Architektonische Idee ist es, Trauernden einen Raum zu geben. Raum, um in Ruhe Abschied von ihren Liebsten zu nehmen. Raum, um mit bis zu 100 Menschen in einem würdigen Rahmen zu trauern und zu gedenken, in einer angenehmen Umgebung. Und zu einem Zeitpunkt, den die Angehörigen bestimmen – zu jeder Zeit.

„Natürlich tragen wir damit auch dem Umstand Rechnung, dass viele der örtlichen Friedhofskapellen schlicht zu klein sind für größere Trauergesellschaften, im Winter zudem ungeheizt, klamm, nicht sehr ansprechend, musikalisch oft unzureichend ausgestattet.

In unseren Abschiedsräumen können die Hinterbliebenen in Ruhe, und wann sie es wünschen, Abschied nehmen“, erläutert Manuel Maury, der das Bestattungshaus in dritter Generation leitet. „Wir haben unser Bestattungshaus, welches wir in Lüchow komplett neu errichtet haben, in drei Bereiche – architektonisch gut sichtbar – aufgeteilt. In unserer großen Feierhalle finden bis zu 100 Besucherinnen und Besucher Platz, auch mehr, wenn es nötig wird. Dazu kommen zwei Verabschiedungsräume, Büro- und Beratungsräume. Eine Besonderheit ist das sogenannte Kurzzeit-Kolumbarium, „meines Wissens das Erste in der Region“, wie Maury erläutert.

Kurzzeit-Kolumbarium für Urnen

Dort können die Angehörigen eines Verstorbenen so lange, wie gewünscht, die Urne in eine Wand mit entsprechenden Fächern stellen lassen. „Zugang zu den Urnenfächern haben nur wir“, erläutert Maury. Aber die Angehörigen können mit Hilfe eines Chipzugangssystems diesen Raum, wie auf einem Friedhof, rund um die Uhr besuchen, um der Urne des Angehörigen nahe zu sein. „Diese Möglichkeit, die Urne sichtbar aufzubewahren, kann auch für solche Fälle genutzt werden, wenn beispielsweise der Todesfall im Winter geschehen war und die Bestattung auf See erst im Frühjahr oder Sommer, bei ruhigem, schönen Wetter, vorgenommen werden soll“, schildert Maury. „Gerade zu Corona-Zeiten gibt es vermehrt Angehörige, die warten wollen, bis es möglich ist, wieder mit mehr Menschen gemeinsam Abschied zu nehmen.“

Mit dem Chipzugangssystem sind künftig auch zwei stilvoll gestaltete Räume zum Abschiednehmen von Verstorbenen rund um die Uhr erreichbar. „Früher wurden die Verstorbenen drei Tage zu Hause am offenen Sarg aufgebahrt. Dann folgte das Abschiednehmen in einer Friedhofskammer, was wegen Kälte und Zeitdrucks oft nur eine abrupte Prozedur darstellte. Künftig haben die Angehörigen selber die Entscheidungsfreiheit, ob und wie sie ihrem Verstorbenen Adieu sagen wollen“, skizziert Maury.

„Die Ansprüche der Kunden haben sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt“, berichtet Manuel Maury. Die Kundinnen und Kunden erwarten auch mehr Individualität bei der Gestaltung ihrer Trauerfeiern. Auffällig an dem auch äußerlich angenehm modern, aber unaufdringlich gestalteten Gebäudeensemble sind die bodentiefen Fenster, die mit breiten Rahmen aus langsam rostendem Spezialstahl verkleidet wurden – und so auch auf interessante Weise einen äußerlich sichtbaren Bezug zum Thema Vergänglichkeit herstellen.

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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