Boten, Beschützer, Mahner

Ausstellung zum Thema Engel im Oktogon

bv Hitzacker. Menschen sind natürlich auch im Digitalzeitalter für alles Geheimnisvolle und Wunderbare empfänglich, sie suchen nach außerirdischen Begleitern oder verlangen nach Erklärungen für unbekannte Phänomene – was bedeutet, daß sie sich auf Wesen wie Engel gern einlassen. Deswegen sind Engel allgegenwärtig in der Alltagswelt: in der Popkultur, in der Sphäre von Kommerz und Reklame. Aber auch Schriftsteller, Philosophen und bildende Künstler der Gegenwart arbeiten mit dem Engelsmotiv und seinen Konnotationen. Die Bandbreite der Engel reicht von den himmlischen Heerscharen, den Engelsboten und Schutzengeln bis zu Luzifer und Konsorten – den gefallenen Engeln, die ihren Platz im Schattenreich des Bösen haben. „Engel sind Boten,Beschützer und Mahner“, so fasst es Peter Wieczorek vom Kunstverein Hitzacker zusammen. Und Engel scheinentatsächlich unsterblich – auf Engel treffen wir schon im biblischen Buch Genesis – und noch in Wim Wenders „Himmel über Berlin“. Engel begegnen uns als Metaphern, aber bis heute auch als subjektiv erlebte Wirklichkeit. Immer wieder berichten Menschen von Engeln, die ihrer Wahrnehmung nach ihnen zur Seite gestanden haben.

Einen weiten, künstlerisch breit gefächerten Blick auf das Thema bietet die Ausstellung „Engel“ von Peter Wieczorek und dem Kunstverein Hitzacker im Oktogon, die kommendes Wochenende eröffnet wird – er reicht von den himmlischen Friedensboten bis zu den gefallenenEngeln von Rammstein.

Letztere haben es HotelierPeter Wieczorek besonders angetan, er aber wendet den ikonischen Song „Engel“ ins Positive. Heißt es beim Original – mit rollendem „r“ und düster röhrenden Stimme von Till Lindemann: „Erst wenn die Wolken schlafen gehen, kann man uns am Himmel sehen. Wir haben Angst und sind allein, Gott weiß, ich will kein Engel sein“.

Wieczorek macht Folgendes daraus: „Erst wenn die Wolken schlafen gehen, kann man uns am Himmel sehen. Wir spenden Licht , sind nicht allein, Gott weiß, wir wollen Engel sein.“ Der Text seiner Weihnachtskarte in diesem Jahr, verziert mit einem verfremdeten Foto von Klimaaktivistin Luisa Neubauer, ist gleichzeitig auch Wieczoreks Beitrag zur Engelsschau.

Beteiligt an der Ausstellungist auch der Hitzackeraner Künstler Bernd Pfeiffer alias Atanarjuat, der Holzschnitte zum Thema zeigt.

Bildhauerin Barbara Westphal arbeitet zur Zeit an Engeln aus Speckstein – extra fürdie Ausstellung. Bildhauer Waldemar Nottbohm steuertArbeiten bei, ebenso wieJohannes Moser aus Bahrendorf. „Wir spannen denBogen extra weit“, betont Wieczorek: „Wir zeigen verschiedenste künstlerischen Postionen zu einem Thema, das auch viele der hiesigen Künstler beschäftigt.“ Eröffnung im Oktogon in Hitzacker ist am Sonntag, dem 28. November, ab 15 Uhr. Die Schau ist jeweils sonnabends und sonntagsvon 15 bis 17 Uhr zu sehen, bis 12. Dezember.

Redaktion Kiebitz 05841/127 422 vogt@ejz.de

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