Schmetterling als Zeichen

lk Lüchow. Das Falterjahr 2021 bot wieder viele schöne, interessante und erholsame Momente im Wendland. Schmetterlinge sind bunt, graziös, elfenhaft und faszinieren seit jeher uns Menschen. Die Anfänge der Schmetterlingsforschung (Lepidopterologie) liegen im 18. Jahrhundert. Berühmte Forscher wie Jean Baptiste de Boisduval, Eugen Johann Christoph Esper oder Prof. Dr. Arnold Spuler und viele andere legten den Grundstein für die Forschung und erlangten Erkenntnisse über Schmetterlinge, die wir heute in bunten Büchern lesen können.

Das Züchten und Sammeln von Schmetterlingen war im 19. Jahrhundert quasi ein Volkssport. Nicht selten kam es vor, dass konkurrierende Sammler sich gegenseitig in die Irre führten, um jeweils das bessere Ergebnis zu erzielen. Die vergangene Zeit bot Lebensräume und Insekten im Überfluss. Das Verhältnis zu Schmetterlingen ist bei mir sehr ausgeprägt, und manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich mit ihnen kommuniziere. Mein Mentor und Freund Jochen Köhler pflegt immer zu sagen: „Der Moment und die Eindrücke sind wichtig, auch wenn mal kein Schmetterling dabei ist.“

Mein letzter Beitrag des Jahres handelt von einer besonderen Begegnung mit einem Schmetterling: Vor einem Jahr wurde meine Mutter schwer krank und nach nicht einmal einem Jahr verstarb sie. Am Tag der Beerdigung betraten wir die Kapelle bei Sturm und Regen. Die Atmosphäre in der Trauerhalle war sehr friedlich, und der Sarg mit Kränzen und Kerzen bunt geschmückt. Wir saßen in der ersten Reihe und hörten der Rede des Pastors zu.

Plötzlich flog ein Schmetterling hinter dem Sarg empor. Er kreiste über dem Sarg, setzte sich kurz auf eine Blüte eines Blumengestecks am Bild meiner Mutter nieder. Ich spürte eine gewisse Erleichterung und freute mich irgendwie. Der Falter flog auf, direkt über unsere Köpfe und kam mir so nah, dass ich die Flügelgeräusche wahrnehmen konnte. Dann flog er an die Decke, kreiste erneut über dem Sarg und kam mir noch näher, als wolle er sagen: „Ich bin doch hier!“ Als die Trauerfeier zu Ende war und wir zum Grab gingen, schien draußen die Sonne und der Himmel war blau. Der Schmetterling flog vor uns ins Licht und in die Freiheit.

Am Grab fragte mich mein Vater, ob ich den Schmetterling mitgebracht habe. Ich antwortete „Nein“. „Dann war es die Mama“, sagte er. Hatten auch Sie ähnliche Erlebnisse, dann schreiben Sie mir gerne unter mragach@icloud.com. Bleiben Sie gesund und denken Sie immer daran:“Schmetterlinge bringen Freude, auch an den ­dunkelsten Tagen.“

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