Kneippsche Lehre aktueller denn je

Frischer Wind im Verein, Unterstützung aus der Kommunalpolitik

rs Hitzacker. Als Pfarrer ­Sebastian Kneipp vor rund 170 Jahren Krankheiten mit natürlichen Methoden kurierte, gefiel das vielen Schulmedizinern nicht. Doch Kneipps Lehren zum Gesundbleiben und -werden sind bis heute gefragt. Und sie scheinen vor dem Hintergrund von Pandemie sowie Rohstoff- und Fertigproduktknappkeit aktueller denn je. Dies unterstrich ­Ulrike Laudel-Voigt als stellvertretende Bürgermeisterin Hitzackers am Sonntag bei ­ihrer Ansprache zum traditionellen Ankneippen im Kneippkurgarten: „Seine Lehre umfasst mehr als Wassertreten und Güsse.“ Dies sei lediglich eine der fünf Säulen der Lehre. „Neben jenerHydrotherapie gehören auch die gesunde ­Ernährung, die Verwendung von Kräutern, die Bewegung und die innere Ordnung zum Kanon.“Elemente, die sich ganz einfach in unseren Alltag integrieren ließen, die Körper, Seele und Geist mit neuen Kräften versorgten, unterstrich die Kommunalpolitikerin vor den über 50 Anwesenden – darunter eine große Gruppe aus Aurich, die mit ihrem Kohlkönig am Vortag eine Wanderung an den Elbhöhen unternommen hatte.

Gemeinsam mit der Samtgemeinde Elbtalaue, der Stadt und dem rund 60-köpfigen Kneippverein möchte Laudel-Voigt jene ganzheitliche und naturnahe Gesundheitslehre weiter voranbringen. Die Grundlagen dazu sind geschaffen: Hitzacker ist Kneippkurort und bleibt dies für mindestens die kommenden zehn Jahre. Die Kommunalpolitik sowie die Tourismusverbände stehen hinter dem Projekt. Und im Kneippverein weht ein frischer Wind: Im Dezember übernahm die 43-jährige Anna-Maria Adrian-Hora von Christoph Schmieta den Vorsitz, welcher aber dem Verein als Badearzt Zeit seines Lebens treu bleiben möchte.

Mit unwiderstehlicher positiver Energie machte die aus Berlin stammende Wahl-Hitzackeranerin dann das ­Publikum mit kleinen Bewegungsübungen mobil. Die Karriere-Coachin, die einst als Kamerafrau arbeitete und seit fünf Jahren in Hitzacker mit ihrer Familie lebt, informierte über zukünftige Vernetzungen, die Entwicklung von Audioguides, über weitere Blühflächen, die sich bis auf die Stadtinsel ziehen sollen, und über Aktionstage – etwa über die Elb-Zollfrei-Tage, bei denen die kneippschen Säulen vorgestellt werden, und über das Jahresprogramm. So gibt es am 31. Mai ab 18 Uhr im 2021 neu gestalteten Kneippkurgarten, der kostenfrei zu nutzen ist, eine Verkostung von Kräutern mit Yvonne ­Hollands.

Redaktion Kiebitz 05841/127 420 seide@ejz.de

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