„Mein Kind ist blau und gelb“

Bianca Altenburg-Caleffi eröffnet am Donnerstag neuen EDEKA-Markt

rs Dannenberg. „Erfolg hat nur, wer etwas tut, während er auf den Erfolg wartet.“ Dieser Ausspruch des Erfinders ­Thomas Alva Edison könnte der Leitspruch der Dannenberger Geschäftsfrau Bianca Altenburg-Caleffi sein, die am Donnerstag, dem 4. Februar, ihren komplett neu erbauten EDEKA-Markt an der Lüneburger Straße 45 eröffnet. 15 Jahre hat sie auf diesen Moment gewartet – und sich ebenso lange darauf vorbereitet. Die Kunden erwartet ein hochmoderner Einkaufsmarkt mit 2 750 Quadratmetern Gesamtverkaufs­fläche, rund 750 mehr als am bisherigen Standort am Develang.

Rückblende: Vor fast 50 Jahren wurde am Develang der Einkaufsmarkt Elvers errichtet. Später kamen eine kleine Passage mit einer Bäckerei und zwei Läden hinzu. Trotz mehrerer Umbauten ist dort seit Jahren ein zeitgemäßes wirtschaftliches Arbeiten nicht mehr möglich. Energetisch ist das Gebäude sanierungsbedürftig; es weist funktionale und technische Mängel auf. Das Grundstück hat zu wenige, nicht den heutigen Standards entsprechende Park­plätze. Ausbaureserven beziehungsweise Entwicklungsmöglichkeiten waren nicht vorhanden. Und selbst wenn man den Ausbau in Angriff genommen hätte, hätte man den Markt dauerhaft schließen müssen, was wirtschaftlich für die Betreiberin Bianca Altenburg-Caleffi nicht darstellbar gewesen wäre. So plante man einen Neubau, der möglichst – wie der bisherige Standort – nahe der Umgehungsstraße und derInnenstadt liegen sollte.Mehrere Standorte wurden bei einem zähen politischen Ringen ins Auge gefasst und wieder verworfen. Letztlich fiel die Wahl auf das rund 3 000 Quadratmeter große Areal nahe des Prochaska­platzes. Anfang Juni vergangenen Jahres feierten dort die Bauherren, die Entwicklungsgesellschaft Terraplan und ihre Projekt-Töchter Richtfest an dem Millionenbau, in dem Bianca Altenburg-Caleffi ­Mieterin ist. „Diesen Markt können Sie woanders nirgends finden. Wir haben nach der langen Wartezeit etwas Einzigartiges geschaffen“, informierte die Geschäftsfrau am Freitag, während es in dem rund 2 400 Quadratmeter großen, fast zehn Meter hohen Markt zuging wie in einem Ameisenstaat. Ist die Gebäudehülle, deren Entrée sich in Richtung Süd-West befindet, vergleichsweise austauschbar, so ist das Innere, dem Altenburg-Caleffi unverkennbar ihren Stempel aufgedrückt hat, unverwechselbar. „Was macht uns hier aus?“, hatte sie sich bei den Planungen immer wieder gefragt – und fand für sich selbst die Antwort: „Wir sind mit der Region, in der die Menschen ländlich und bodenständig sind, fest verwurzelt. Die uns umgebende Natur prägt uns, schafft Heimat und ein Wohlfühlerlebnis. Identifikation ist uns wichtig. Das möchten wir Gäste unserer Region miterleben lassen.“ Dieser Erkenntnis und der allgemeinen Hinwendung zum respektvollen Umgang mit der Umwelt trägt Altenburg-Caleffi, die vor 30 Jahren bei EDEKA in Perleberg lernte und seit 2001 in Niedersachsen, seit 2006 in Dannenberg selbstständig arbeitet, allzu gern Rechnung: gestalterisch und bezüglich des Sortiments. Warme Töne, viele Echtholzelemente, fotografische Darstellungen aus der Elbtalaue, ein maßstabsgetreuer Nachbau des Waldemarturms, Applikationen der Stadtmauer sorgen im gesamten Markt für das entsprechende Ambiente. Sogar ein eigenes Logo, das dem der Samtgemeinde Elbtalaue ähnlich ist, hat sie kreiert: Hier ein liebevoll gestalteter Hühnerstall, wo es frische Eier gibt, da, bei den Spirituosen, eine Sitzgruppe wie in einer Bodega, dort eine Eichenbank, die mit einem Kranichbild verziert ist, mit passendem Tisch: Überall entdeckt man in dem einladenden Markt etwas, der hinsichtlich Breite und Tiefe im Vergleich zum Vorgängermarkt erheblich angewachsen ist, aber dennoch den Menschen sowie dessen Leben und Genuss als Mittelpunkt wählt. So sind die elegant in Dunkelgrau gehaltenen Regale maximal zwischen 1,60 und 1,80 Meter hoch – Inseln, die Ruhe und Wärme versprechen.

Inhaltlich ist das Angebot noch regionaler, noch mehr bio als bisher. Etliche neue Firmen und Manufakturen zeigen ihre Angebote dort. „Zudem haben wir bei den veganen, gluten- und laktosefreien Bereichen deutlich zugelegt – auch bei Kosmetik- und Drogerieprodukten.“ Verstärkt seien auch Recycling- oder unverpackte Artikel dabei, denn „Nachhaltigkeit ist mir wichtig! Mein Kind ist blau und gelb und befindet sich in Dannenberg“, berichtet die Prignitzerin Bianca ­Altenburg-Caleffi mit einem Lächeln, die sich mit der morgigen Eröffnung wohl das schönste Geburtstagsgeschenk selbst macht. Denn am Sonntag feierte sie ihr 48. Wiegenfest. Und ihre ­Familie? Dazu zählt sie ihre Angestellten, auf die Sie sehr stolz ist und deren Zahl in den drei Monaten vor der Eröffnung noch mal anwuchs. „Eine gute Mischung aus Jung und Alt, die die Seele des Hauses ausmachen, stete Ansprechpartner des Kunden sind.“ So arbeitet neben den Auszu­bildenden etwa Bärbel ­Kruschewski, die vor über 40 Jahren bei Elvers lernte und dem Haus stets treu blieb.

Natürlich ist der Markt, in dem auch eine Blumenhändlerin sowie die Bäckerei ­Meyer einen großen sonnendurchfluteten Bereich plus Außenstellfläche, der auch sonntags geöffnet sein wird, betreiben, auch technisch innovativ, energetisch durchdacht. Allein über sieben Kühlhäuser, inklusive der Schleusen für Nachtanlieferung, verfügt das Gebäude.Es gibt eine separate Leergutannahme und im Eingangsbereich einen dauerhaft besetzten Infotresen, wo es Tabak- und Presseerzeugnisse geben wird. Sogar an Einkaufswagen für alle Bedarfe aller Altersgruppen, eine Selbstscankasse, eine ­Corona-Ampel im Eingangsbereich, eine Textilecke, Kunden-WLAN und einen Hundeparkplatz hat man gedacht. Die Kunden dürfen gespannt sein. Zur Eröffnung gibt es neben Angeboten einen ­Orientierungsplan zum Mitnehmen. Weitere Infos, auch Filme, gibt es aufFacebook und Instagram.

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